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Klimaforscher mahnt zu mehr Klimaschutz

Das Hochwasser in Pakistan sowie die Hitzewelle in Russland geben nach Ansicht des Klimaforschers Mojib Latif einen Vorgeschmack auf die Folgen des Klimawandels. „Wir erwarten, dass in Zukunft Wetterextreme häufiger werden“, sagte der Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel der Nachrichtenagentur AFP.

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Es sei eine „Ironie des Schicksals“, dass momentan weltweit so viele Naturkatastrophen aufträten. Das sei zwar Zufall. Es sei aber auch zu beobachten, dass sich „extreme Wetterereignisse häufen“. Die globale Erwärmung wird laut Latif künftig zu mehr Trockenheit, aber auch zu extremen Niederschlägen führen. „Das sind zwei Seiten einer Medaille“, sagte der Klimaforscher. In Deutschland beobachte er durch Katastrophen wie zuletzt etwa die Überschwemmungen schon einen Bewusstseinswandel. In den USA sehe er diesen allerdings nicht.

Ein Hauptproblem im Kampf gegen den Klimawandel sei es aber, dass dort „relativ wenig passiert“. Auch in Deutschland müssten die Menschen immer wieder darauf hingewiesen werden, zum Beispiel statt mit dem Auto mehr mit dem Fahrrad zu fahren, mahnte Latif.

Rückschritte bei Klimaverhandlungen

In Anbetracht der verheerenden Katastrophen rund um den Erdball rücken die Klimaverhandlungen wieder ins Licht der Aufmerksamkeit. Doch hier stagnieren die Gespräche. Erst vor kurzem warnte die EU-Kommission die USA und andere große Treibhausgasproduzenten vor Rückschritten bei den Verhandlungen für ein neues internationales Klimaschutzabkommen.

Die kürzlich zu Ende gegangenen Verhandlungen am Sitz des UNO-Klimasekretariats in Bonn seien „wenn überhaupt rückwärtsgegangen“, erklärte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard in Brüssel. Diese Entwicklung könne die Erfolgsaussichten des Weltklimagipfels Ende des Jahres im mexikanischen Cancun „ernsthaft gefährden“.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Die USA und andere große Volkswirtschaften müssten „ihren fairen Anteil an den Bemühungen im Rahmen eines globalen Abkommens“ zum Klimaschutz übernehmen, forderte die frühere dänische Umweltministerin Hedegaard. Das sei bei den Bonner Klimaverhandlungen aber offenbar in noch weitere Ferne gerückt. Nach Diplomatenangaben waren die Gespräche auf Beamtenebene von gegenseitigen Schuldzuweisungen geprägt.

Bereits der UNO-Klimagipfel Ende vergangenen Jahres in Kopenhagen war weitgehend erfolglos geblieben. Aufstrebende Schwellenländer wie China und Indien sehen etablierte Industrieländer wie die USA in der Pflicht, beim Klimaschutz voranzugehen. Peking und Neu-Delhi wehren sich gegen verbindliche Ziele zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen. Wegen fehlender Mehrheiten im Senat war in den USA das Energie- und Klimaschutzgesetz von Präsident Barack Obama Ende Juli vorerst auf Eis gelegt worden.

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