Themenüberblick

100 Euro für Kraftausdrücke

In der norditalienischen Kleinstadt Varallo Sesia können Schimpfwörter und Fluchen teuer zu stehen kommen - genauer gesagt: 100 Euro. Das hat der Bürgermeister der piemontesischen Gemeinde, Gianluca Bonanno, im August beschlossen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Wenn die Kraftausdrücke in Anwesenheit Minderjähriger verwendet werden, verdoppelt sich die Geldstrafe. „Es ist leider allzu häufig geworden, sich auf vulgäre Weise auszudrücken und gegen die katholische Religion und seine Symbole zu fluchen. Diesem Phänomen müssen Schranken gesetzt werden“, sagte Lega-Nord-Mitglied Bonanno, der bereits im Vorjahr mit einem Burkaverbot auf dem Gemeindegebiet seiner Stadt für Schlagzeilen sorgte.

Marsch gegen das Fluchen

Ähnlich war auch das Anliegen einer Demonstration im Juni, bei der sich Hunderte Gläubige in der toskanischen Ortschaft Zeri an einem acht Kilometer langen Marsch gegen das Fluchen beteiligten. Der Aufruf an die Italiener, auf Schimpfwörter und Fluchausdrücke zu verzichten, kam vom Pfarrer Beppino Co, der eine Kampagne zur Befreiung der italienischen Sprache von Schimpfwörtern und vulgären Ausdrücken anführt. Die Sprache müsse vom Fluchen bereinigt werden, verlangte der Priester.

„Schimpfwörter dringen immer mehr in die alltägliche Sprache der Italiener ein. Sogar Politiker scheuen sich nicht mehr davor, sich auf vulgäre Weise auszudrücken. Auch das Internet sorgt für die Verbreitung vulgärer Redewendungen immer mehr“, kritisierte der Priester.

Neuer Strafenkatalog für Fußballspieler

Auch der italienische Fußball kämpft gegen das Fluchen. Laut dem neu eingeführten Strafenkatalog für schlechtes Benehmen auf dem Fußballfeld können Schiedsrichter fluchenden Spielern direkt die Rote Karte zeigen. Mehrere Fußballer und Coachs wurden bereits wegen Fluchen bestraft.

Links: