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Politdebatte um ein blutiges Spektakel

Die lange Debatte über das Für und Wider der umstrittenen Stierkampftradition hat sich rund um die Abstimmung in Katalonien in den vergangenen Monaten verschärft.

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Selbst König Juan Carlos, ein bekennender Fan der „Fiesta Nacional“ (Nationalfest), schaltete sich ein: „Der Stierkampf hat eine fruchtbare Kunst- und Kulturwelt hervorgebracht“, sagte er und verwies auf den Maler Pablo Picasso und den Dichter Federico Garcia Lorca, für die das blutige Spektakel in der Arena stets eine Quelle der Inspiration war.

Unterschriften gegen den Stierkampf

Die Aktivisten der katalanischen Tierschutzinitiative PROU! sammelten 180.000 Unterschriften, mit denen ein dezidiertes Stierkampfverbot gefordert wurde.

Parlament reagiert auf Petition

Freiwillig befasste sich das Parlament in der Region Katalonien (7,4 Millionen Einwohner) mit dem brisanten Thema allerdings nicht. Die Initiative PROU! (Es reicht!) hatte 180.000 Unterschriften für ein Verbot gesammelt. Ende vergangenen Jahres beschlossen die Abgeordneten mit knapper Mehrheit, über den Antrag zu beraten.

„An die Rechte der Tiere denken“

„Die Menschenrechte sind in Spanien garantiert, nun ist es an der Zeit, auch an die Rechte der Tiere zu denken“, sagt der PROU!-Vorsitzende Leonardo Anselmi, der als gebürtiger Argentinier Spaniens Tierschützern zu einem historischen Triumph verhelfen könnte.

Die Anhänger der Fiesta argumentieren dagegen, dass ein Brauch nicht einfach per Gesetz abgeschafft werden dürfe. „Es geht doch nicht um Abtreibung! Dass wir im 21. Jahrhundert darüber diskutieren, eine jahrhundertealte Tradition zu verbieten, ist schrecklich“, meinte etwa Filmregisseur Agustin Diaz Yanes.

Stierkampf-Imperialismus?

Der Ruf nach einem Bann hat aber auch eine wichtige politische Komponente: Für Nationalisten und Separatisten in Katalonien ist der Stierkampf Ausdruck des „spanischen Imperialismus“. Allerdings: An ein Verbot der in vielen katalanischen Dörfern beliebten Stiertreiben, den „Correbous“, wagen sie sich auch nicht heran. Die Tiere werden dabei mancherorts mit brennenden Teerkugeln an den Hörnen durch die Straßen gehetzt.

Die Jungen wenden sich ab

Ein Bann des Stierkampfes käme Toreros, Züchter und Stierkampfveranstalter teuer zu stehen. Schätzungen zufolge geht es um Einbußen von rund 300 Millionen Euro. Diese Summe will allein der Besitzer der Arena von Barcelona, Pedro Balana, als Entschädigung verlangen, falls das Verbot beschlossen werden sollte. Allerdings ist der Stierkampf in Katalonien - wie auch in vielen anderen Teilen Spaniens - schon seit langem in der Krise.

Vor allem junge Leute wollen von dem blutigen Spektakel nichts wissen. In den 50er und 60er Jahren war Barcelona eine Hochburg der Toreros, doch nun ist nur noch Balanas-Arena, genannt „La Monumental“ (Die Monumentale), übrig.

Auf den Kanarischen Inseln wurden Stierkämpfe bereits 1991 für illegal erklärt. Damals regte sich darüber kaum jemand auf, weil die „Corridas“ dort nur wenige Anhänger hatten.

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