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Treffpunkt der Schönen und Reichen

Es mag nicht das bedeutendste Ereignis in der langen Geschichte des Londoner Ritz gewesen sein. Doch kaum jemals waren so viele Kameras auf den Haupteingang des Nobelhotels gerichtet wie an jenem Abend im Jänner 1999, als Prinz Charles und Camilla Parker-Bowles ihr „Coming-out“ hatten. Und das war nur einer von vielen „königlichen“ Momenten im Leben des 104-jährigen Traditionshotels.

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Dass sich Charles und Camilla vor dem Ritz fotografieren ließen, hatte eine gewisse Logik. Kein anderes Hotel wird von den Windsors so oft genutzt wie das luxuriöse 133-Betten-Haus mit der Adresse Piccadilly 150. Schon bei der Eröffnung am 24. Mai 1906 war der damalige Prince of Wales dabei, der spätere König Edward VIII.

Der Entwurf von Charles Mewes und Arthur Davis war seinerzeit der erste Stahlskelettbau in der Hauptstadt des britischen Imperiums. Bauherr und Namensgeber war der Schweizer Hotelier Cesar Ritz (1850 - 1918), der acht Jahre zuvor schon das Ritz in Paris eröffnet hatte.

Society-Treffpunkt

Schnell wurde das Haus zum Treffpunkt der Londoner Society, allen voran die Windsors. Im Lauf der Jahrzehnte feierten sie hier die verschiedensten Geburtstage, und hier gab Queen Elizabeth II. auch den großen Empfang zum 50. Thronjubiläum. Lange Zeit wurde auch das königliche Personal einmal pro Jahr ins Ritz geladen, zur Weihnachtsfeier. Seit einer Weile ist es mit der Tradition vorbei. Auch Königshäuser müssen sparen.

Strenge Kleidervorschriften

Wer sich eine Übernachtung in dem Fünf-Sterne-Hotel leisten will, muss tief in die Tasche greifen. Ein Zimmer kostet ab 330 Pfund (390 Euro) pro Nacht - wer etwas mehr Platz braucht und sich in eine Suite einmieten will, muss mit ab 670 Pfund (800 Euro) rechnen - Frühstück nicht inklusive.

Wer nur auf einen „tea for two“ mit 17 verschiedenen Teemischungen sowie Keks und Kuchen auf dem Silbertablett vorbeischauen will, braucht gute Planung. Reservierungen müssen zwölf Wochen im Voraus bekanntgegeben werden - und das, obwohl es inzwischen fünf Termine zwischen 11.30 Uhr und 19.30 Uhr gibt. Und wer sich nicht an die Kleiderordnung hält (Sakko, Krawatte, keine Jeans, keine Turnschuhe), wird gnadenlos abgewiesen.

Glanz verblasst

Leider hat das Ritz, das heute dem Brüderpaar David und Frederick Barclay gehört, ein wenig an Glanz verloren. Nicht nur wegen der Berichte von ehemaligen Angestellten, dass angebrochene Weinflaschen umgefüllt und weiterverkauft wurden. Auch die Prominenz weicht des Öfteren auf andere Luxusherbergen aus. Der Hotelführer Nota Bene meint dazu: „Das Ritz mag immer noch eine Institution sein. Aber wer verbringt seine Zeit schon gern in Institutionen?“

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