Kneissl-Hochzeit: Putin verteidigt Österreich-Besuch

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch seinen Besuch der Hochzeit von FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl am Samstag im steirischen Gamlitz verteidigt. „Das war eine streng private Reise“, sagte er nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP in Sotschi nach einer Unterredung mit seinem finnischen Amtskollegen Sauli Niinisto.

Er gab bei der Pressekonferenz allerdings zu, dass während der Feierlichkeiten auch über Politik gesprochen wurde. „Trotz der Feier haben wir es geschafft, mit der Außenministerin und dem österreichischen Kanzler zu sprechen“, sagte Putin.

Österreich spiele „eine sehr positive Rolle nicht nur in unseren bilateralen Beziehungen, sondern auch bei der Herstellung eines Dialogs zwischen Russland und der EU“, unterstrich der russische Präsident. Von der finnischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2019 erhofft sich Putin, dass sie „auch“ zur Normalisierung der russisch-europäischen Beziehungen beitragen werde.

Kurz über Putin-Teilnahme informiert

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist offenbar doch einige Tage vor Kneissls Hochzeit über Putins Teilnahme informiert worden. Das genaue Datum habe er - angesichts der Urlaubszeit - nicht mehr präsent. Kurz sagte nach dem Ministerrat, dass Putins Besuch nichts an Österreichs außenpolitischer Haltung ändere.

Er selbst sei bei der Hochzeit in der Steiermark eingeladen gewesen und von Kneissl „einige Tage“ vorher - als er ihr seine Zusage mitteilte - über Putins Teilnahme in Kenntnis gesetzt worden, so Kurz. Er habe den Besuch des russischen Präsidenten auch für Gespräche über aktuelle Themen genutzt.

Strache: Knicks keine Unterwerfungsgeste

Vizekanzler FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache wies die Darstellung, bei Kneissls Knicks nach dem Tanz mit Putin habe es sich um eine Unterwerfungsgeste gehandelt, zurück und riet, den „Knigge“ zu lesen. Das sei „Tanz- oder auch Hochzeitsdiplomatie“ im positiven Sinne und werde auch von der österreichischen Bevölkerung so aufgenommen, so Strache mit Blick auf Onlineforen. Er verstehe aber auch die Kritik „politisch Andersdenkender“.

Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) will die Teilnahme Putins an der Hochzeit nicht überbewerten. Grundsätzlich sei wichtig, niemanden auszuschließen. Österreich könne weiterhin die Rolle als neutraler Vermittler wahrnehmen, so auch Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ).