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Mit anhaltender Hitze sinkt Konzentration

Ob Müdigkeit, fehlende Motivation oder zunehmende Konzentrationsschwierigkeiten: Als Hintergrund für Symptome wie diese werden derzeit immer wieder die anhaltend hohen Temperaturen genannt. Aus Expertensicht hat das durchaus Hand und Fuß - dazu kommt: Umso länger die Hitzeperiode noch andauert, desto größer wird die Zahl der Betroffenen.

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„Hohe Temperaturen wirken sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden aus“, heißt es dazu auch in einer Broschüre der Arbeiterkammer (AK), und diese Ansicht wird gegenüber ORF.at von Hans-Peter Hutter von der Abteilung Umwelthygiene und Umweltmedizin der MedUni Wien bestätigt.

Durch diverse Tests sei es mittlerweile erwiesen, dass sich anhaltend hohe Temperaturen auf die Reaktionsfähigkeit und die Aufmerksamkeit auswirken. Das Ausmaß sei dabei zwar von verschiedenen Faktoren, wie etwa der Dauer und der Komplexität einer Tätigkeit abhängig, die hier häufig unterschätzte Fehleranfälligkeit steige bei anhaltender Hitze aber selbst bei einfachen Aufgaben.

Mann erholt sich im Schatten eines Baumes

APA/Hans Punz

Mehr und mehr Menschen stöhnen unter der anhaltenden Hitzewelle

„Nicht alle top erholt“

Umso länger eine Hitzewelle andauere, desto eher könne man Hutter zufolge davon ausgehen, dass die Leistungsfähigkeit bei mehr Menschen abnimmt. Im Gegensatz zu einzelnen Hitzetagen komme nun hinzu, dass man von den Folgen der anhaltend hohen Temperaturen schlichtweg „ausgelaugt“ sei, und in direkter Folge komme es eben auch zu einer steigenden körperlichen und geistigen Einschränkung.

Als zentraler Faktor erweisen sich hier die zunehmenden Auswirkungen der Hitze auf die Erholungsphasen - konkret fehlender Schlaf. Auch wenn man bewusst lüftet und tagsüber die Fenster geschlossen hält und verdunkelt hat, dürfte es Hutter zufolge nun in etliche Wohnungen zunehmend wärmer werden, worunter dann auch die Schlafqualität leide. Aus diesem Grund könne man derzeit schließlich auch nicht davon ausgehen, „dass alle top erholt“ in der Früh zur Arbeit kommen.

Baustellenarbeit bei Sommerhitze

APA/Roland Schlager

Experten sind sich einig: Mit steigender Hitze sinkt die Leistungsfähigkeit

Außer Frage stehe dabei zwar, dass ältere Menschen und Personen mit gesundheitlichen Problemen weit am stärksten unter der Hitze leiden. Betroffen seien aber alle Altersgruppen und somit zunehmend auch all jene, „die sich normalerweise über drei, vier Tage Hitze freuen“. Was die konkreten Auswirkungen auf die Arbeitsleistung betrifft, verweist Hutter auf die vielen Faktoren, die es hier zu berücksichtigen gebe. Es sei aber definitiv so, dass es bei Temperaturen über 30 Grad zu sehr signifikanten Einbrüchen komme, und das seien immer Prozentsätze, die oberhalb von zehn, 20 Prozent liegen.

Bekannte Ratschläge

Dass eine heftige Hitzewelle nicht nur Älteren und Kranken zu schaffen macht, sondern auch Jungen und Gesunden, wurde zuletzt auch von einer US-Studie untermauert. Geht es nach der Epidemiologin Alexandra Schneider vom Münchner Helmholtz Zentrum, sei das Ergebnis allerdings „nicht wirklich überraschend“. Dass bei hohen Temperaturen die Leistungsfähigkeit abfalle, vor allem nach beeinträchtigtem Nachtschlaf, sei für sie zu erwarten gewesen. „Auch für andere gesundheitliche Folgen großer Hitze ist die fehlende nächtliche Abkühlung des Körpers der springende Punkt“ - mehr dazu in science.ORF.at.

Um während Hitzewellen leistungsfähig zu bleiben, setzen schließlich auch die an der Studie beteiligten Umweltmediziner der Harvard Chan School auf weitgehend bekannte Ratschläge: ausreichend trinken, auf schwere Mahlzeiten verzichten und die Arbeitsphasen, wenn irgendwie möglich, in die kühleren Stunden des Tages legen.

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