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Schwieriger Aufbruch in neue Ära

Wenn am Montag in Simbabwe ein neuer Präsident und das Parlament gewählt werden, fehlen zwei Namen, die das Land über Jahrzehnte geprägt haben: Langzeitmachthaber Robert Mugabe wurde im November vom Militär abgesetzt, sein Rivale Morgan Tsvangirai erlag im Februar einem Krebsleiden. Der Aufbruch in eine neue, demokratische Ära des Landes wird aber dennoch schwierig.

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Und das liegt auch an den beiden Favoriten bei der Wahl. In Umfragen leicht voraus liegt der amtierende Präsident Emmerson Mnangagwa. Er war schon Stellvertreter Mugabes, fiel dann in Ungnade, konnte sich nach dem Sturz des Despoten in der Regierungspartei ZANU-PF durchsetzen, um interimistischer Staatschef zu werden. Sein Gegner Nelson Chamisa von der Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) wiederum gewann den Machtkampf in der Opposition nach dem Tod Tsvangirais und schuf sich dabei eine Reihe mächtiger Gegner.

Oppositionsführer mit fragwürdigen Versprechen

Schon bei seiner Wahl zum Chef des Oppositionsbündnisses kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Chamisa werden aber vor allem Populismus und hanebüchene Versprechungen vorgeworfen. So versprach er, die Wirtschaftskrise des Landes innerhalb eines Tages zu lösen und die chinesischen Investoren wieder aus dem Land zu drängen.

Der Oppositionschef von Simbabwe,  Nelson Chamisa

Reuters/Philimon Bulawayo

Nelson Chamisa kann vor allem mit seinem jungen Alter punkten

Zudem behauptete er, US-Präsident Donald Trump habe ihm zugesagt, bei einem Wahlsieg 15 Milliarden Dollar zu überweisen. Dass sich das nach einem Dementi Washingtons als plumpe Lüge entpuppte, tat seiner Popularität keinen Abbruch: Mit 40 Jahren stehe er bei den Wählerinnen und Wählern für einen Generationswechsel.

Historische Wahl in Simbabwe

In Simbabwe hat die erste Präsidentenwahl nach der Ära Robert Mugabe begonnen. Die beiden Favoriten sind der 75-jährige Nachfolger Mugabes und ein 40-jähriger Anwalt und Pastor.

Zudem sei das Misstrauen in die Mugabe-Partei ZANU-PF in Teilen der Bevölkerung so tief verwurzelt, dass der Kandidat der Opposition fast egal sei, hieß es in einem Bericht der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung zur Wahl. Darin wird auch auf ein pikantes Details hingewiesen: Die versprochenen 15 Milliarden Dollar decken sich exakt mit jenem Betrag, der in den Jahren 2015 bis 2017 aus den Einnahmen aus dem Diamantenhandel spurlos verschwunden seien.

Mnangagwa gegen Mugabe-Loyale

Dem derzeitigen Präsidenten Mnangagwa eilt demgegenüber ein vergleichsweise staatsmännischer Ruf voraus, doch auch er hatte harte Machtkämpfe zu überstehen. Seit 1980 hatte er diverse Ministerämter ausgefüllt, seit 2014 war er Vizepräsident. Im November 2017 wurde er jedoch aus seinen Ämtern entlassen - nur wenige Tage später übernahm das Militär die Kontrolle und zwang Mugabe schließlich zum Abdanken. Kurz darauf wurde als Präsident vereidigt und räumte zunächst in der eigenen Partei auf.

Der interimistischen Präsident von Simbabwe, Emmerson Mnangagwa

Reuters/Philimon Bulawayo

Mnangagwa als Amtsinhaber mit langer, langer Politkarriere

Das „Krokodil“, so sein Spitzname, ging mit seinem „Team Lacoste“ vor allem gegen die Parteifraktion G40 vor, die offenbar das Ziel hatte, Mugabes Frau Grace an die Spitze des Staats zu hieven. Die meisten Mugabe-Loyalen verließen die Partei und gründeten die National Patriotic Front (NPF). Als Mnangagwa Ende Juni bei einer Wahlkampfveranstaltung knapp einem Attentat entkam, machte er die G40 für den Sprengstoffanschlag mit zwei Toten verantwortlich.

Zwei Kandidatinnen mit viel Einfluss

Mnangagwa geht jedenfalls als leichter Favorit ins Rennen - spätestens bei der Stichwahl am 8. September, wenn kein Kandidat in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreicht. Von den insgesamt mehr als 20 Kandidatinnen und Kandidaten können insbesondere zwei Frauen dann das Zünglein an der Waage sein: Thokozani Khupe unterlag Chamisa bei der Vorsitzwahl des Oppositionsbündnisses und tritt nun mit ihrer Abspaltung MDC-T an.

Und Joice Mujuru ist die Spitzenkandidatin der People’s Rainbow Coalition, einem Zusammenschluss von vier Oppositionsparteien. Sie war von 2004 bis 2014 Vizepräsidentin unter Mugabe, ehe sie in Ungnade fiel und eine eigene Partei, die National People’s Party, gründete.

Wirtschaftliches Chaos

Auch wenn im Vorfeld der Wahl von Einschüchterungen, möglicherweise manipulierten Wählerverzeichnissen und einem Layout des Wahlzettels, das Mnangagwas Vorteile verschaffen könnte, berichtet wurde: Der Tenor der Experten lautet, dass Simbabwe mit der Wahl einen Schritt in eine neue Ära mache.

Afrikaexpertin Maximilian zur Lage in Simbabwe

Kann der Nachfolger Mugabes tatsächlich die Lage in Simbabwe verändern? Afrikaexpertin Margit Maximilian analysiert.

Allerdings kommen auf den Wahlsieger enorme Aufgaben zu: das Land nicht nur aus der tiefen Wirtschaftskrise, sondern auch aus der politischen und wirtschaftlichen Isolation zu holen. Mugabe hatte das Land, das früher als Kornkammer des südlichen Afrika galt, in den wirtschaftlichen Bankrott geführt. Vor allem die Landreform mit der Enteignung weißer Farmer stürzte das Land ins Chaos.

Schuldscheine statt Bargeld

Nach einer dramatischen Hyperinflation musste Simbabwe 2009 seine eigene Währung aufgeben und nutzt inzwischen den US-Dollar. Allerdings gibt es kaum Bargeld, bezahlt wird mit Handyabbuchungen oder „Bond Notes“ genannten Schuldscheinen. Um an frisches Geld - auch für eine eigene Währung - zu kommen, muss die Führung des Landes das Vertrauen privater Investoren wie auch von Geldgebern wie dem Internationale Währungsfond (IWF) gewinnen. Und dafür ist politische Stabilität die erste Voraussetzung.

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