Junges Mädchen in kritischem Zustand
Ein Schütze hat in der kanadischen Großstadt Toronto in der Nacht auf Sonntag zwei Personen getötet und zwölf weitere verletzt. Er feuerte im griechischen Viertel der Stadt mit einer Pistole auf Gäste in Restaurants und Bars. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei wurde der Mann getötet.
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Eine Frau sei durch den Schützen tödlich verletzt worden, sagte Polizeichef Mark Saunders bei einer Pressekonferenz kurz nach der Schießerei. Ein junges Mädchen schwebte nach der Schießerei in Lebensgefahr und verstarb am Montag.

AP/The Canadian Press/Frank Gunn
Die Polizei riegelte den Tatort ab
Keine Angaben zu Motiv
Wie schwer die anderen Opfer verletzt wurden, sei noch nicht bekannt, sagte Polizeisprecher Mark Pugash. Die Polizei wollte sich auch noch nicht zu einem möglichen Motiv des Schützen äußern. Polizeichef Saunders sagte jedoch, er gehe davon aus, dass der Täter nicht ziellos gehandelt habe. Auch einen terroristischen Hintergrund wollte er nicht ausschließen.
In kanadischen Medien war davon die Rede, dass der Täter geistig verwirrt gewesen sei. Der Sender Global News berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Verdächtige habe auf Polizisten geschossen, bevor er sich selbst getötet habe. Offiziell bestätigt wurde diese Version von der Polizei bisher nicht.
Personen, die sich nahe des Tatorts auf der Danforth Avenue aufgehalten hatten, berichteten, rund 20 Schüsse sowie das wiederholte Laden einer Waffe gehört zu haben. Die Polizei und die Stadtverwaltung baten mögliche Zeugen um Mithilfe. Wer Videoaufzeichnungen von dem Vorfall habe, solle sich bei der Polizei melden, hieß es. Torontos griechisches Viertel ist eine lebendige Wohngegend, mit vielen Bars und Restaurants.
Starker Anstieg von Schusswaffengewalt in Toronto
Torontos Bürgermeister John Tory sagte gegenüber Journalisten, dass sich die Tat auf einem „sehr friedlichen Abschnitt“ der der Danforth Avenue ereignet habe. „Es ist beinahe unfassbar, dass solche Dinge passieren können“, so der Bürgermeister. „Wir waren es so gewohnt, in einer Stadt zu leben, wo solche Dinge nicht passierten“, sagte Tory. Nun aber käme es zu Vorfällen, „die einfach nur unbeschreiblich sind“.
Schusswaffengewalt stellt in Kanada zwar traditionell ein kleineres Problem dar als beim Nachbarn USA. Kanadas größte Stadt Toronto verzeichnet in jüngster Zeit aber einen starken Anstieg an Vorfällen mit Schusswaffen. Seit Jahresbeginn ereigneten sich mehr als 200 Schießereien, etwa zwei Dutzend davon endeten tödlich. Erst am vergangenen Wochenende hatte die Polizei Dutzende zusätzliche Beamte hinzugezogen, um sich des Problems anzunehmen.
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