Versandhändler Weltbild zieht gegen Betriebsrat vor Gericht
Bei dem Versandhändler Weltbild gibt es neuen Ärger zwischen den Arbeitnehmervertretern und der Geschäftsführung. Das Unternehmen will den Betriebsratsvorsitzenden kündigen. Da das Betriebsratsgremium diesem Schritt nicht zugestimmt hat, geht die Sache nun vor das Arbeitsgericht in Augsburg.
Ver.di ortet „Betriebsratsmobbing“
Am Montag (23. Juli) werde es zunächst einen Gütetermin geben, berichtete ein Gerichtssprecher. Eine Entscheidung in dem Verfahren stehe erst später bevor. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di spricht von „Betriebsratsmobbing“ und will vor dem Gerichtsgebäude demonstrieren.
Der Buchhändler Weltbild gehörte einst der katholischen Kirche und musste schließlich Insolvenz anmelden. Vor vier Jahren stieg dann das Düsseldorfer Familienunternehmen Droege als Investor bei den Augsburgern ein.
Die Kündigung des Betriebsratschefs begründet die Weltbild-Führung damit, dass dieser einen anderen Mitarbeiter zum Betrug durch Vortäuschung einer Erkrankung aufgefordert habe. Ver.di hält diese Begründung für vorgeschoben, um den Betriebsrat loszuwerden. Weltbild hat rund 140 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und etwa 1.350 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.