Wegen Korruption und Geldwäsche
Der Ex-Chef des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras in Brasilien ist erst Anfang März wegen Korruption und Geldwäsche zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aldemir Bendine wurde laut Urteilsschrift wegen der Annahme von drei Millionen Real (rund 752.000 Euro) vom Baukonzern Odebrecht während seiner Zeit an der Spitze von Petrobras und der Staatsbank Banco do Brasil verurteilt.
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Der 54-jährige Bendine wurde im Juli 2017 im Zuge einer „Reinigungsaktion“ festgenommen, die ein weitverzweigtes System der Korruption in Brasiliens politischer und wirtschaftlicher Elite aufdeckte. Laut den Gerichtsunterlagen verlangte Bendine während seiner Zeit als Präsident von Brasiliens größter Bank im Jahr 2014 das Bestechungsgeld. Die Zahlung erfolgte 2015, als er schon Geschäftsführer von Petrobras war.

Reuters/Ueslei Marcelino
Bendine wurde zu Petrobras gerufen, um Korruption aufzuklären, und entpuppte sich selbst als korrupt
Bendine war an die Spitze des Ölkonzerns geholt worden, um dort mit den damals schon öffentlich gewordenen Korruptionspraktiken aufzuräumen. „Das Letzte, was man von ihm erwartet hätte, war, dass er selber korrupt ist“, schrieb Richter Sergio Moro in seiner Urteilsbegründung. Vor diesem Hintergrund ein Verbrechen zu begehen spreche für ein hohes Maß an Schuld.
Ermittlungen seit 2014
Moro hat bereits Dutzende Politiker in Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den Unternehmer Marcelo Odebrecht hinter Gitter gebracht, auch Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva. In dem riesigen Korruptionsskandal wird bereits seit 2014 ermittelt. Im Mittelpunkt steht der halbstaatliche Ölkonzern Petrobras, mehrere Bauunternehmen insbesondere der Odebrecht Konzern und Politiker mehrerer Parteien. Dabei sollen Aufträge für den Erdölkonzern von Baufirmen zu überteuerten Preisen durchgeführt worden sein. Die Mehreinnahmen wurden unter Petrobras-Mitarbeitern und beteiligten Politikern aufgeteilt. Mehrere Dutzend Manager, Unternehmer und Politiker wurden bereits angeklagt und sitzen in Haft.
Maduros Wahlkampf finanziert?
Der Skandal zieht auch außerhalb Brasiliens seine Kreise. Offenbar war auch Venezuelas linksnationalistischer Staatschef Nicolas Maduro in die Korruptionsaffäre verwickelt. Einem Bericht der Zeitung „Estado“ vom April zufolge hatte er dem brasilianischen Baukonzern Odebrecht Projekte in einem Umfang von fast vier Milliarden Dollar (3,2 Mrd. Euro) zugeschanzt und im Gegenzug Zuwendungen für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2013 erhalten. Zu den Bauvorhaben zählten etwa der Ausbau der U-Bahn in der Hauptstadt Caracas und ein Seilbahnprojekt.
Zuvor war schon der peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski zurückgetreten, um einer drohenden Amtsenthebung zu entgehen. Während Kuczynskis Zeit als Minister soll sich der Konzern gegen Schmiergeldzahlungen öffentliche Aufträge in Peru verschafft haben. Auch Ecuadors ehemaliger Vizepräsident Jorge Glas stürzte über die Affäre. Seine Verurteilung zu sechs Jahren Haft will er anfechten.
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