Skandal um „Billy Elliot“-Musical in Ungarn

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Nach einer homophoben Kampagne in der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung "Magyar Idök" hat die ungarische Staatsoper 15 Vorstellungen des Musicals "Billy Elliot" abgesagt.

Das Bühnenstück von Elton John und Lee Hall handelt vom schwierigen Schicksal eines elfjährigen Buben aus armen Verhältnissen in Großbritannien vor dem Hintergrund der Bergarbeiterstreiks der Jahre 1984 und 1985. Homosexualität spielt dabei eine Rolle.

Oper gibt mangelndes Interesse als Grund an

Ein Sprecher des Opernhauses sagte der dpa heute, dass das Musical nicht ganz abgesetzt wurde, sondern dass nur 15 Vorstellungen abgesagt worden seien - von insgesamt 44, die im Juni und Juli geplant waren. Grund sei das zurückgegangene Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer, das man auf die homophobe Kampagne zurückführe. Das Musical, das 2016 in Budapest Premiere hatte, bleibe auf dem Spielplan, auch in der kommenden Herbstsaison, so der Sprecher.

„Magyar Idök“ hatte geschrieben, das Stück verführe Jugendliche zur Homosexualität. Operndirektor Szilveszter Okovacs, der eigentlich als Anhänger der rechtsnationalen Regierung gilt, rechtfertigte daraufhin die Darbietung mit dem Argument, man habe die homosexuellen Aspekte in der Inszenierung in den Hintergrund gerückt. Das brachte Okovacs in der oppositionsnahen Presse den Vorwurf ein, er habe einen Rückzieher gemacht.