Rotes Kreuz warnt vor Flüchtlingstragödie im Jemen
Angesichts der heftigen Kämpfe um die wichtige jemenitische Hafenstadt Hudaida hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vor einer neuen Flüchtlingstragödie gewarnt. „Zehntausende Menschen werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen aus der Stadt fliehen“, so das IKRK gestern in einer Serie von Nachrichten im Kurznachrichtendienst Twitter.
Kliniken könnten nicht richtig arbeiten, es gebe keinen Strom. Menschen ernährten sich von Brotresten, die sie im Müll fänden: „Die Zivilisten in der Stadt sind unter immensem Druck.“
Größte Schlacht seit Kriegsbeginn
Die Truppen der international anerkannten Regierung haben am Mittwoch mit der Rückeroberung Hudaidas von den schiitischen Huthi-Rebellen begonnen. Es ist die größte Schlacht seit Beginn des Krieges vor drei Jahren. Über den Hafen werden fast alle Hilfsgüter in das verarmte Land geliefert, in dem 8,4 Millionen Menschen zu verhungern drohen.
Die Regierungstruppen erklärten gestern, sie hätten den Eingang des Flughafens im Süden Hudaidas erreicht. Die Huthis hätten sich auf das Gelände des Airports zurückgezogen, hieß es weiter. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Riad will Einfluss des Iran eindämmen
Die arabische Militärallianz unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabien versucht, die schiitischen Huthi-Rebellen in die Knie zu zwingen und der Exilregierung des Jemen zurück an die Macht zu verhelfen.
Die Huthis halten Hudaida seit rund drei Jahren und kontrollieren weite Teile im Norden des Jemen sowie die Hauptstadt Sanaa. Hilfsorganisationen schätzen, dass rund 600.000 Menschen, darunter etwa die Hälfte Kinder, in und um Hudaida leben. Die Allianz wirft dem Iran vor, über Hudaida Raketen an die Huthis zu liefern. Die Rebellen erklärten, keine Stellvertreter des Iran zu sein. Sie hätten die Macht nach einem Volksaufstand übernommen.