Cholera-Impfkampagnen im Jemen und Teilen Afrikas

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Internationale Organisationen haben im Jemen und in Teilen Afrikas Impfkampagnen gestartet, die mehrere Millionen Menschen vor Cholera schützen sollen. Im Bürgerkriegsland Jemen sollen zunächst 350.000 Menschen in der Provinz Aden eine Schluckimpfung erhalten, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF), die Weltbank und die Impfallianz Gavi heute in einer gemeinsamen Mitteilung ankündigten.

Aufgrund der angespannten politischen Lage war es demnach unklar, ob die Impfkampagne auf das ganze Land ausgeweitet werden kann. Derzeit gebe es Gespräche mit der schiitischen Huthi-Miliz, die den Norden des Jemen und die Hauptstadt Sanaa kontrolliert.

Es stünden insgesamt 4,6 Millionen Impfdosen bereit, „es gibt also genug Dosen“, sagte WHO-Vizechef Michael J. Ryan. Sobald die zuständigen Behörden einwilligten, könnten die Impfungen beginnen.

2.200 Menschen im Jemen an Cholera gestorben

Im Jemen starben im vergangenen Jahr 2.200 Menschen durch eine Cholera-Epidemie. Laut Ryan droht in diesem Jahr eine möglicherweise noch schlimmere Epidemie. Die Durchfallerkrankung wird durch die Aufnahme von Nahrung oder Trinkwasser ausgelöst, die durch mit Cholera-Bakterien infizierte Fäkalien verunreinigt sind. Ohne Behandlung kann die Krankheit binnen Stunden zum Tod führen.

Infolge des Bürgerkriegs herrschen im Jemen katastrophale hygienische Verhältnisse. Die UNO hat die Lage in dem Land auf der arabischen Halbinsel als schlimmste humanitäre Krise der Welt bezeichnet. Aber auch viele Länder Afrikas leiden derzeit unter Cholera-Epidemien. Laut WHO und Gavi sind zwölf Regionen oder Länder von einem massiven Ausbruch der Krankheit betroffen.

Derzeit findet auf dem Kontinent die bisher größte jemals durchgeführte Cholera-Schluckimpfungskampagne statt, wie Gavi-Chef Seth Berkley erklärte. Mehr als zwei Millionen Menschen sollen den Angaben zufolge in Sambia, Uganda, Malawi, im Südsudan und in Nigeria erreicht werden.