Untersuchung wurde eingeleitet
Der Elektroautoproduzent Tesla ist nach Vorwürfen wegen angeblich geschönter Unfallstatistiken ins Visier von US-Aufsehern geraten. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, teilte das für Fragen der Arbeitssicherheit zuständige Department of Industrial Relations des US-Bundesstaats Kalifornien am Donnerstag mit.
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Man nehme die Berichte über Gefahren am Arbeitsplatz sehr ernst, sagte eine Sprecherin. Das Gleiche gelte für Anschuldigungen, arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen nicht im wahren Ausmaß gemeldet zu haben.

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Ein Tesla in einem Flagshipstore in Chicago
Tesla dementiert
Der Hintergrund: Am Montag hatte die zur US-Medienorganisation Center for Investigative Reporting gehörende Website Reveal unter Berufung auf Mitarbeiter berichtet, Tesla habe schwerwiegende Verletzungen in seiner Fabrik im kalifornischen Fremont absichtlich in Unfallstatistiken unterschlagen. Das Unternehmen von Techmilliardär Elon Musk wies den Vorwurf in einem Firmenblog entschieden zurück. Tesla sprach von einer gezielten „Desinformationskampagne“, hinter der die Interessen der Autogewerkschaft UAW steckten.

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Elon Musk hat mit dem Model 3 so einiges vor
Musk will bei Produktion stark zulegen
Zudem gibt es Probleme in der Produktion. Tesla drückt beim Model 3 aufs Tempo. Einem Bericht zufolge sollen bis Ende Juni wöchentlich 6.000 Fahrzeuge produziert werden. Damit wolle das Unternehmen einen Puffer schaffen, um die zuletzt angekündigten Produktionsziele von wöchentlich 5.000 Stück zu erreichen, berichtete die Autonachrichtenseite Electrek unter Berufung auf einen Mitarbeiterbrief von Musk. Geplant sei unter anderem, rund um die Uhr an der Limousine zu arbeiten.
Die erhöhte Produktionsrate sei erforderlich, um unter ausreichender Berücksichtigung einer Fehlerspanne das öffentlich angekündigte Ziel von 5.000 Wagen pro Woche zu erreichen, heißt es in dem Schreiben. Jede Abteilung und jeder Zulieferer, der damit überfordert sei, brauche eine „sehr gute Erklärung“ und einen „Plan zur Lösung des Problems“, der Musk persönlich zu unterbreiten sei.
Model 3 soll Massenmarkt erobern
Tesla setzt große Hoffnungen auf das als Mittelklassewagen konzepierte Model 3. Es soll mit einem Preis von 35.000 Dollar vor Steuern und Vergünstigungen Elektromobilität aus der Nische auf den Massenmarkt bringen. Tesla bekam über 400.000 Reservierungen für das Fahrzeug, müht sich aber seit dem offiziellen Produktionsstart im Sommer 2017, diese abzuarbeiten, und verfehlt seit Längerem die Produktionsziele für das Model 3 deutlich. In den vergangenen Wochen schaffte Tesla dem Bericht zufolge jeweils mehr als 2.000 Exemplare wöchentlich. Angestrebt waren bis Ende des ersten Quartals dagegen wöchentlich 2.500 Stück.
Produktionsstop wegen Umrüstung
Am Montag stoppte das Unternehmen zudem die Produktion des wichtigen Fahrzeugs vorübergehend, um die Automation zu verbessern. Die drei- bis fünftägige Produktionspause in Teslas Autofabrik in Fremont und in der Gigafactory in Nevada sei nötig, um umfassende Aufrüstungen für die geplante Produktionsoffensive vorzunehmen, hieß es von Tesla. So eine Maßnahme sei nicht ungewöhnlich, so das Unternehmen weiter. Tesla hatte in der Vergangenheit bereits ähnliche Produktionspausen während der Hochlaufphasen eingelegt.
Das Nachrichtenportal BuzzFeed hatte berichtet, dass Tesla die Produktion im Werk Fremont ohne vorherige Warnung eingestellt habe. Die Angestellten sollten entweder Urlaub nehmen oder vier, fünf Tage unbezahlt zu Hause bleiben.
Zu viel Neues „auf einmal reingepackt“
Bereits am Freitag hatte Musk eingeräumt, dass man sich zu sehr auf Roboter verlasse. „Übermäßige Automatisierung bei Tesla war ein Fehler. Um genau zu sein, mein Fehler. Menschen sind unterbewertet“, teilte er im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Musk sagte in dem Interview auch, dass ins Model 3 „zu viele neue Technologie auf einmal reingepackt“ worden sei. „Das hätte gestaffelt werden müssen.“
Es ist ein ungewöhnliches Eingeständnis für Musk, der sich stets fasziniert vom Potenzial der automatisierten Produktion zeigte. Er sprach von der „Maschine, die Maschinen baut“, und Robotern, die sich schneller bewegen, als das menschliche Auge erkennen kann. Um die Vision umzusetzen, kaufte Tesla unter anderem den deutschen Maschinenbauer Grohmann.
Kommt Tesla aus Verlustzone?
Tesla hatte zuletzt mit einer Serie von Negativschlagzeilen von sich reden gemacht, darunter war auch eine große Rückrufaktion beim Flaggschiff Model S. Diese bisher größte Rückrufaktion der Firma umfasst weltweit 123.000 der Luxuslimousinen, wie aus einer E-Mail an Kunden hervorgeht. Betroffen seien nur Modelle, die vor April 2016 gebaut wurden.
Auch finanziell ist der Elektroautohersteller nicht auf der Höhe. Zum Ende vergangenen Jahres rutschte Tesla so tief in die Verlustzone wie noch nie. Der Konzern hatte erst kürzlich angekündigt, in der zweiten Jahreshälfte erstmals Gewinne schreiben zu wollen. Im dritten und vierten Quartal werde Tesla profitabel sein, twitterte Musk.
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