Afghanische Flüchtlinge dürfen vorerst in Pakistan bleiben

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Pakistan verlängert die Aufenthaltserlaubnis für Hunderttausende afghanische Flüchtlinge im Land bis Ende Juni. Ein Beamter aus dem zuständigen Ministerium bestätigte die Entscheidung heute - einen Tag vor Ablauf der bisherigen Regelung. Es fehle noch die Zustimmung des Parlaments.

Das wendet, zumindest für drei Monate, eine weitere humanitäre Krise in Afghanistan ab. Betroffen wären 1,4 Millionen als Flüchtlinge registrierte Afghanen gewesen. Außerdem leben in Pakistan noch Hunderttausende „undokumentierte“ Afghanen.

Pakistan über USA verärgert

Pakistan hat seit den afghanischen Kriegen und Bürgerkriegen der 1980er Jahre Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland beherbergt, in den vergangenen zwei Jahren aber den Druck auf die Gemeinden erhöht.

Hintergrund ist das stark verschlechterte Verhältnis Pakistans zu Afghanistan und den USA. Sie werfen Pakistan vor, den Taliban zu helfen und so die Aufbaubemühungen in Afghanistan zu destabilisieren.

Besonders schlecht kam ein scharfer Neujahrs-Tweet von US-Präsident Donald Trump über Pakistan an. Kurz darauf beschloss Pakistan überraschend, die Aufenthaltserlaubnis für Flüchtlinge um nur einen Monat zu verlängern, später dann bis Ende März.

Große Rückkehrwelle vor zwei Jahren

Schon 2016 waren unter scharfem Druck von Sicherheitskräften rund eine Million Menschen aus Pakistan nach Afghanistan heimgekehrt, wo Ressourcen knapp sind und Rückkehrer oft nicht in ihre umkämpften Heimatprovinzen zurückkehren können und zu Binnenflüchtlingen werden.

Der stellvertretende Chef der UNO-Mission UNAMA in Afghanistan, Toby Lanzer, sagte der dpa im Februar, dass die UNO die Planungszahlen für Rückkehrer im Jahr 2018 von 300.000 auf 700.000 erhöht hätte.