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Zustand Sergej Skripals weiter kritisch

Britische Ärzte haben vorsichtige Entwarnung für die beim Giftanschlag von Salisbury schwer verletzte Julia Skripal gegeben: Ihr Zustand „verbessert sich zügig“, erklärte das Krankenhaus von Salisbury. Die Ärzte stuften den Zustand nun als „nicht mehr kritisch“ ein. Julia Skripals Vater, der frühere russische Agent Sergej Skripal, befinde sich aber weiterhin in kritischem Zustand.

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Sergej Skripal und seine Tochter waren am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury vergiftet worden. Beide fielen daraufhin ins Koma. Die britischen Behörden gehen davon aus, dass bei der Tat ein Nervengift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. London vermutet die russische Regierung hinter dem Anschlag auf den Ex-Spion.

Eingang zum Krankenhaus von Salisbury

APA/AFP/Chris J Ratcliffe

Vater und Tochter Skripal liegen im Krankenhaus der Stadt Salisbury

Bisher gingen die Ermittler davon aus, dass Vater und Tochter Skripal in einem Einkaufszentrum mit dem Giftgas in Berührung gekommen waren, am Mittwoch wurde aber eine hohe Konzentration des Nervengifts an der Tür des Wohnhauses von Skripal in Salisbury gefunden. Die Polizei geht nun davon aus, dass die Skripals bereits an ihrer Haustür Kontakt mit dem Nervengift hatten, so die Polizei am Mittwoch.

Untersuchungen auch auf Friedhof

Die Ermittlungen der Polizeispezialeinheiten in einem Restaurant und einem Pub, wo ebenfalls Spuren gefunden worden waren, sind mittlerweile abgeschlossen. Auch die Untersuchungen am örtlichen Friedhof, wo Skripals Ehefrau und Sohn beerdigt sind, wurden beendet. Nach der Vergiftung des Ex-Spions wollte man auch die Tode der beiden Angehörigen unter die Lupe nehmen. Die Ehefrau starb vor einigen Jahren an Krebs, der Sohn überraschend an Leberversagen während eines Russland-Aufenthalts.

Insgesamt arbeiten weiter 250 Beamte der Terrorismusbekämpfung an dem Fall. Rund 5.000 Stunden Aufzeichnungen aus Überwachungskameras werden gesichtet, 1.350 Gegenstände wurden sichergestellt.

Schwere Verwerfungen mit Russland

Der Fall hat für schwere Verwerfungen zwischen dem Westen und Russland gesorgt und zu gegenseitigen Ausweisungen von Diplomaten geführt. Großbritannien macht Russland für den ersten Giftanschlag in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Die Regierung in Moskau weist jede Verwicklung zurück und spricht von einer unerhörten Provokation. Das Moskauer Außenministerium verlangte von Großbritannien am Mittwoch erneut, Beweise zu liefern.

Solange diese nicht vorlägen, betrachte Russland den Vorfall als einen „versuchten Anschlag auf das Leben unserer Staatsbürger“, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Skripals Tochter hat die russische Staatsbürgerschaft.