Fukushima soll Touristenattraktion werden
Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima will die Ruine zur Touristenattraktion machen. Die Tokyo Electric Power Company (TEPCO) setzt dabei auf die Olympischen Spiele 2020 in der japanischen Hauptstadt.
Seit der Nuklearkatastrophe am 11. März 2011 war der Zugang zum Gelände nur einer Handvoll Experten, Abgeordneten, Regierungs- und Medienvertretern gestattet. Damals hatte ein heftiges Seebeben einen Tsunami ausgelöst, der die Nordostküste Japans verwüstete, mehr als 18.000 Menschen tötete und den schlimmsten Nuklearunfall seit Tschernobyl 1986 auslöste.

APA/AFP/Behrouz Mehri
Doch mit dem Rückgang der Strahlenbelastung in den meisten Bereichen des Kraftwerks stiegen die Besucherzahlen allmählich an. Inzwischen lässt TEPCO auch Gruppen von Anrainern, Botschaftsvertretern und Schülern auf das Gelände, doch noch keine Einzelbesucher.
Sanierung wird Jahrzehnte dauern
Die Zahl der Besucher für das Geschäftsjahr bis März 2017 stieg auf rund 10.000. Bis 2020, wenn Tokio die Olympischen Sommerspiele ausrichtet, will der Betreiber die Zahl verdoppeln, wie Takahiro Kimoto von TEPCO sagte. „Wir wollen nicht die Botschaft aussenden, dass es sicher ist.“ Es sei „wichtiger, dass die Leute sehen, was hier wirklich vor sich geht, ohne Vorurteile. Die Inspektionen werden dazu beitragen, die Region wiederzubeleben und den Imageschaden zu reduzieren.“
Auf dem Kraftwerksgelände sind Dekontaminierungsarbeiten im Gange. Die Strahlenbelastung bleibt in den Gebieten rund um die drei geschmolzenen Reaktoren allerdings extrem hoch, was den Abbau der Anlage verlangsamt - der Prozess wird wohl Jahrzehnte dauern. Verdrehte Stahlträger und vom Tsunami und von Explosionen eingerissene Wände künden heute noch von dem Desaster.