Flüchtlinge in EU: Libyen-Aktion verläuft schleppend
Die Ende November auf dem EU-Afrika-Gipfel beschlossene Rettung von Flüchtlingen aus dramatischen Verhältnissen in libyschen Lagern ist schleppend angelaufen. Bisher wurden „rund 400 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge“ nach Niger gebracht, um dann nach Europa geflogen zu werden, berichtete die „Rhein-Neckar-Zeitung“ heute.
Das Medium berief sich auf eine Antwort des Auswärtigen Amtes in Berlin auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken. Die Rettung von 900 weiteren Flüchtlingen sei „geplant“. Bisher seien Menschen aus Äthiopien, Eritrea, dem Jemen und Somalia in Sicherheit gebracht worden, ihre Unterbringung erfolge zunächst in „Gästehäusern“ in Niamey, der Hauptstadt Nigers. Von dort sollen sie nach Europa gebracht werden.
Folter und Sklavenhandel in Libyen
Nach Berichten über Gefangenschaft, Folter und Sklavenhandel hatte der EU-Afrika-Gipfel Ende November 2017 einen Evakuierungsplan vereinbart. Teil des Planes war es, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus diesen Lagern nach Europa zu bringen. Bisher erklärten sich nur Italien, Frankreich und die Schweiz bereit, Betroffene aufzunehmen. Politisch Verfolgte sollten von Libyen in den Tschad oder nach Niger gebracht werden.
Offiziell nicht schutzbedürftigen Migranten sollte eine „gesichtswahrende“ Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglicht werden. Bisher wurden laut Afrikanischer Union (AU) etwa 13.000 Menschen aus Libyen ausgeflogen - geplant waren aber 20.000 bis Mitte Jänner.