Serbischer Kosovo-Politiker Ivanovic erschossen

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Im Kosovo ist der prominenteste serbische Politiker im Nordkosovo, Oliver Ivanovic, heute vor seinem Parteibüro in der Stadt Mitrovica erschossen worden.

Die Regierung in Prishtina verurteilte den Mord als einen Anschlag auf den Rechtsstaat und die Bemühungen, Recht und Gesetz im gesamten Kosovo durchzusetzen. Die serbische Regierung sprach von einem Terrorakt.

Vor Parteizentrale getötet

Ivanovic, der seit 1999 von Belgrad akzeptierte Führer der serbischen Minderheit im Kosovo, wurde am Vormittag bei seinem Eintreffen vor der Parteizentrale in der nördlichen Stadt Mitrovica von Kugeln getroffen, die von einem Auto aus abgefeuert wurden. Wiederbelebungsversuche im Krankenhaus blieben nach Angaben seines Anwalts erfolglos.

Getöteter serbischer Politiker, Oliver Ivanovic

AP/Bojan Slavkovic

Ivanovic war ein früherer serbischer Staatssekretär und hochrangiger Vertreter der serbischen Minderheit im Norden der ehemaligen serbischen Provinz Kosovo, die 2008 ihre Unabhängigkeit erklärte. In der von Unruhen geprägten, ethnisch geteilten Stadt Mitrovica galt er als moderater Politiker.

Premier: Drohung gegen Rechtsstaatlichkeit

Die Regierung des kosovarischen Premiers Ramush Haradinaj verurteilte den Mordanschlag aufs Schärfste und bezeichnete ihn laut Medien als gegen die Rechtsstaatlichkeit gerichtete Drohung. Die Regierung appellierte gleichzeitig an die Bürger, mit den Behörden bei der Aufklärung des Anschlags auf Ivanovic zu kooperieren.

Auch Vertreter der internationalen Staatengemeinschaft im Kosovo riefen zur raschen Aufklärung des Falles auf. Die EU-Rechtsstaatlichkeitsmission EULEX werde dabei den kosovarischen Behörden alle notwendige Unterstützung im Rahmen ihrer Mission leisten, gab laut der Belgrader Presseagentur Tanjug Missionssprecherin Dragana Solomon bekannt. Zahir Tanin, Chef der UNO-Interimsverwaltungsmission (UNMIK), zeigte sich über den Mord an Ivanovic geschockt und versprach via Twitter Unterstützung seitens der internationalen Agenturen.

Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vucic berief indessen in Belgrad den nationalen Sicherheitsrat ein. Marko Djuric, Leiter der serbischen Delegation bei der laufenden EU-Vermittlung zwischen seinem Land und dem Kosovo in Brüssel, verließ nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa die Verhandlungen. „Das ist eine verbrecherische und terroristische Tat, die bestraft werden muss“, begründete er diesen Schritt.