Norwegen gewinnt Prozess um Arktis-Ölbohrungen
Ein norwegisches Gericht hat die Klage von Umweltschützern gegen Ölbohrungen in den arktischen Gewässern der Barentssee zurückgewiesen. Die Richter in Oslo kamen heute zu dem Schluss, dass die vom Staat erteilten Genehmigungen zur Erdölsuche in der Region nicht gegen die Verfassung verstießen. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht endgültig, die Kläger könnten das Urteil anfechten.
Greenpeace und zwei weitere Umweltschutzorganisationen waren vor Gericht gezogen, weil die Bohrlizenzen nach ihrer Auffassung gegen die norwegische Verfassung und gegen das Pariser Klimaschutzabkommen vom Dezember 2015 verstoßen.
Norwegen hatte im Mai 2016 Probebohrlizenzen an 13 Erdölkonzerne erteilt - darunter der norwegische Ölriese Statoil, Chevron aus den USA, DEA aus Deutschland, OMV aus Österreich und Russlands Lukoil. Die Umweltorganisationen forderten eine Annullierung der Konzessionen und begründen das mit den Gefahren für die Umwelt.
Recht auf unversehrte Natur
Norwegens Verfassung sieht seit 2014 das Recht künftiger Generationen auf eine unversehrte Natur vor. Nach Angaben der Umweltschützer handelte es sich um die erste Klage dieser Art. Norwegen ist der größte Förderer von Erdöl in Westeuropa. Allerdings sind die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft rückläufig.