Modelabel Naketano stellt überraschend Betrieb ein
Für die deutsche Textilmarke Naketano ist es "Zeit für eine Veränderung“, wie die Betreiber schreiben. Das Label stellt überraschend den Geschäftsbetrieb ein. Wie das Fachmagazin „Textilwirtschaft“ berichtete, wurden Kunden im Einzelhandel per Brief informiert: Die Herbst-Winter-Kollektion „wird unsere Letzte sein. Wir liefern nur noch bis zum 31.12.2018. Der Webshop wird zum Ende des gleichen Tages offline gehen. Firma und Marke werden nicht verkauft – Anfragen dieser Art bleiben unbeantwortet.“
Wie es mit Unternehmen und Mitarbeitern weitergehen soll, bleibt unklar. Überraschend ist das Aus vor allem deshalb, weil Naketano wirtschaftlich äußerst erfolgreich war. 2015 stieg der Umsatz um gut 50 Prozent, auf mehr als 23 Millionen Euro, wie deutsche Medien berichten. Zahlen zu 2016 hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.
Die Geschäftsführer Sascha Peljhan und Jozo Lonac hatten Naketano 2005 in Essen gegründet. Das Label wurde vor allem bei jungen Kunden schnell für zwei Dinge bekannt. Weiße Kordeln am Kragen und provokante Produktnamen, die der Firma wiederholt Sexismusvorwürfe einbrachten. So wurden etwa Jogginghosen „Blasinstrument“ getauft, Kapuzenpullis „Dirty Bitch Yeah“. Etliche Onlineshops gingen daher dazu über, die Namen der einzelnen Angebote zu verschweigen.