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Auch Blair für neuerliches Referendum

Die Hälfte aller Briten wünscht sich einer Umfrage zufolge ein zweites „Brexit“-Votum. 50 Prozent der Befragten hätten angegeben, sie würden gern darüber abstimmen, ob die finalen Bedingungen zum Austritt Großbritanniens aus der EU akzeptiert werden sollten oder nicht, berichtete die „Mail on Sunday“ am Sonntag unter Berufung auf eine Erhebung unter 1.003 britischen Bürgerinnen und Bürgern.

34 Prozent würden das nicht wünschen, 16 Prozent seien unentschieden. Zudem finde die Mehrheit der Befragten, dass das Land im Zuge des „Brexit“ zu viel Geld an die EU geben müsse. Medien hatten vergangene Woche berichtet, die britische Regierung habe sich zur Zahlung von rund 50 Milliarden Euro bereiterklärt.

„Es ist umkehrbar“

Zahlreiche „Brexit“-Gegner hatten in den vergangenen Monaten davor gewarnt, ein Austritt könnte gravierende negative Folgen für die britische Wirtschaft haben. Erst am Sonntag sprach sich der britische Ex-Premierminister Tony Blair erneut dafür aus, die Austrittsentscheidung rückgängig zu machen. „Es ist umkehrbar. Es ist nicht passiert, bevor es passiert ist“, sagte er der BBC.

Die Ziele der britischen Regierung in den „Brexit“-Verhandlungen könnten Blair zufolge nicht erreicht werden. Schließlich wolle die Regierung den gemeinsamen EU-Markt verlassen, aber alle Vorteile des Marktes behalten. Zudem hätten sich manche positiven Berechnungen der „Brexit“-Befürworter als falsch herausgestellt. Wenn sich aber die Fakten änderten, sollten auch die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu ändern.

„Exit vom Brexit unmöglich“

Ausgeschlossen wurde das zuletzt vom britischen Außenhandelsstaatssekretär Greg Hands. Konkret schloss dieser am Montag ein zweites „Brexit“-Referendum aus, sobald das Verhandlungsergebnis mit der EU zum Austritt auf dem Tisch liegt. „Das wäre nicht durchsetzbar und es wäre auch ein großer Fehler“, sagte der Staatssekretär. Großbritannien sei Hands zufolge nach dem Gesetz verpflichtet, den „Brexit“ durchzusetzen. „Ein Exit vom Brexit ist unmöglich. Die Briten haben sich entschieden.“

Mehrheit rechnet mit Freihandelsabkommen

Angesichts der jüngsten Annäherungen zwischen der EU und der britischen Regierung schätzen Ökonomen unterdessen die Gefahr eines „Brexit“ ohne Austrittsabkommen geringer ein. In einer am Freitag veröffentlichten Reuters-Umfrage schätzten die 68 befragten Volkswirte die Wahrscheinlichkeit eines „harten Brexit“ mit 25 Prozent ein. Im Oktober lag der Wert bei 30 Prozent. Die große Mehrheit der Befragten rechnet zudem mit einem Freihandelsabkommen am Ende der Verhandlungen. Reuters befragte die Ökonomen von 27. bis 30. November.

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