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Aktuelle Fälle als Indiz für Häufigkeit

Die Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek übernimmt die Schirmherrschaft über die neue Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Belästigung, die im Parlament installiert werden soll. Sie will für eine professionelle Beratung bzw. Betreuung sorgen.

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Die neue Nationalratspräsidentin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte die Pläne für die Stelle vergangene Woche publik gemacht. Sie soll bei Fällen von sexueller Belästigung rasche Hilfe für betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Parlaments bieten.

Christine Bauer-Jelinek

ORF/Günther Pichlkostner

Bauer-Jelinek beschäftigt sich mit Machtverhältnissen im beruflichen Umfeld

Von Hollywood bis zum Skisport

Nahezu täglich machten in den letzten Wochen, beginnend mit der US-Filmwirtschaft bis aktuell zum heimischen Sport, neue Fälle Schlagzeilen. Eine höhere Sensibilisierung und ein nach wie vor bestehendes Machtgefüge und Machtgefälle würden dafür sorgen, dass das Thema in den nächsten Jahren weiter präsent bleiben wird, hatte Köstinger letzte Woche erklärt.

Es sei ihr deshalb „ein großes Anliegen, für die vielen parlamentarischen Mitarbeiter, Klubmitarbeiter und Abgeordneten beider Geschlechter eine neue Anlaufstelle zu bieten, wo man sich einfach und vertrauensvoll Rat holen“ könne, so Köstinger.

Niederschwelliges Angebot

Die neue Einrichtung soll ein niederschwelliges Angebot sein. Manche Betroffene hätten Hemmungen, gleich zur Gleichbehandlungsstelle zu gehen, die geplante Anlaufstelle gegen sexuelle Belästigung soll deshalb eine rasche erste Beratung liefern und über mögliche weitere Schritte informieren, so die Nationalratspräsidentin. Daneben solle die Einrichtung auch für mehr Sensibilisierung und Bewusstsein in alle Richtungen sorgen.

Mit Bauer-Jelinek konnte nun laut Köstinger eine „anerkannte Expertin“ für die Aufgabe der Schirmherrin gewonnen werden. Die Psychotherapeutin, die auch als Wirtschaftscoach arbeitet, wurde durch mehrere Bestseller über Machtverhältnisse im beruflichen Umfeld einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Nun wird sie als Beraterin für die neue Anlaufstelle im Parlament arbeiten und am Aufbau der Einrichtung mitwirken.

„Wie verbreitet sexuelle Belästigung wirklich ist“

„Die aktuelle Diskussion und neue Fälle in den verschiedensten Bereichen zeigen, wie verbreitet sexuelle Belästigung im Berufsalltag wirklich ist“, sagte Bauer-Jelinek. „Umso wichtiger ist es, dass auch eine eigene Anlaufstelle für Betroffene im Parlament geschaffen wird.“ Sie unterstütze diese Idee sehr gerne und werde durch ihre Expertise sicherstellen, dass Betroffene professionell betreut und beraten werden, erklärte sie.

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