Unterstützung aus 13 Ländern
Seit über eine Woche versuchen ein gutes Dutzend internationale Rettungs- und Bergungsteams, eine Spur vom vermissten argentinischen U-Boot „ARA San Juan“ zu finden - bisher ohne Erfolg. Nun schickte Russland einen Tauchroboter, der die Suche unterstützen soll.
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Am Samstag landete ein Transportflugzeug vom Typ „Antonow“ nahe dem Unglücksort im Süden von Argentinien. An Bord: Ein Unterwasserfahrzeug, das ferngesteuert bis zu 1.000 Meter tief tauchen soll. „Pantera Plus“, so der Name des Tauchroboters, soll auf dem Meeresgrund nach Hinweisen auf das U-Boot suchen. Bisher war bereits ein Mini-U-Boot der U.S. Navy im Einsatz, das kann allerdings nur auf 600 Meter abtauchen.

APA/AFP/TELAM/Argentina OUT
Eine Antonow AN-124 mit dem Tauchroboter an Bord landete in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) in Argentinien
Keine Hoffnung mehr für Besatzung
Damit suchen inzwischen Schiffe und Flugzeuge aus 13 Ländern nach der „ARA San Juan“. Deren Besatzung hatte erst technische Probleme mit der Stromversorgung gemeldet, am 15. November brach der Funkkontakt ab, das U-Boot verschwand spurlos. Laut Medienberichten vermutet die argentinische Marine eine Explosion an Bord. Für die 44 Besatzungsmitglieder besteht inzwischen keine Hoffnung mehr auf Rettung. Es gehe nun nur noch darum, das Boot auf dem Meeresboden zu finden, sagte Marinesprecher Enrique Balbi am Freitag.
Die Wetterbedingungen für die Suchaktion im Südatlantik waren am Samstag günstig, für Sonntag wurde aber mit einer Verschlechterung gerechnet. Es gebe aber immer noch „keine Indizien trotz all unserer Bemühungen“, so Balbi am Samstag in Mar del Plata. „Wir befinden uns in einem Stadium zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit.“ Zur Klärung des Schicksals der U-Boot-Besatzung würden klare Beweise benötigt, sagte Balbi. „Wir konzentrieren uns darauf, das U-Boot zu finden.“ Die Suche gehe rund um die Uhr weiter.
Meeresboden fällt in die Tiefe ab
Die „ARA San Juan“ war gegen illegale Fischerei am Außenrand der Wirtschaftszone Argentiniens im Südatlantik im Einsatz. Kurz vor ihrem Verschwinden war sie zum Heimathafen Mar del Plata beordert worden. Die Außengrenze der Wirtschaftszone verläuft entlang des Kontinentalsockels, bei dem die Meerestiefe von 200 auf bis zu 3.000 Meter abfällt. Die Chancen, das U-Boot zu entdecken und zu bergen, hängen davon ab, ob es auf dem flacheren Kontinentalschelf oder jenseits des Kontinentalhangs in großer Tiefe auf Grund liegt.

APA/AFP/Pablo Villagra
Auch die US-Marine lieferte Suchgerät, unter anderem ein Tauchboot
Kritik an Regierung und Marine
Die Angehörigen der vermissten Seeleute warfen der argentinischen Regierung zuletzt eine unzureichende Informationspolitik vor. Außerdem wurden Vorwürfe laut, das U-Boot sei womöglich in einem schlechten technischen Zustand gewesen. Marinesprecher Balbi dementierte das und erklärte dazu, niemand würde ein U-Boot in See stechen lassen, „das seeuntauglich ist“. Das in Deutschland gebaute U-Boot lief 1983 vom Stapel und wurde 2007 und 2014 generalüberholt.
Kaum Antworten ohne das Wrack
Argentiniens Präsident Mauricio Macri warnte vor vorschnellen Schlüssen und Schuldzuweisungen. Es werde eine „ernsthafte Untersuchung“ geben, um herauszufinden, „wie ein komplett fahrtüchtiges U-Boot offenbar Opfer einer Explosion werden konnte“, sagte Macri in einer kurzen Rede am Sitz der argentinischen Marine. Dabei könne sein Land mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und deren technologische Expertise rechnen. Vor jeglichen Rückschlüssen müsse Gewissheit herrschen, „was genau geschehen ist.“ Ohne das Wrack sei das allerdings schwer möglich.
Argentinische Zeitungen hatten bereits berichtet, dass Macris Mitte-rechts-Regierung die Entlassung von Marinekommandeur Marcelo Srur plane. Die Regierung denke über einen Führungswechsel nach, berichtete etwa die Tageszeitung „Clarin“ am Freitag. Sie werfe der Marine im Fall der „ARA San Juan“ Nachlässigkeit und mangelhaftes Krisenmanagement vor. Unter anderem habe es fünf Tage gedauert, bis die Marine das Verteidigungsministerium über die Batterieprobleme des U-Boots informiert habe.
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