NGO schlägt Alarm
Mangelernährung ist in Ostafrika nach wie vor ein akutes Problem. 24 Millionen Menschen sind in der Region von der Hungerkrise betroffen. Darauf machte die internationale Hilfsorganisation World Vision im Vorfeld des Welthungertags aufmerksam.
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Der Welthunger- oder Welternährungstag wird seit 1979 jeweils am 16. Oktober begangen. Dieses Datum wurde gewählt, weil am 16. Oktober 1945 die die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als Sonderorganisation der UNO zu dem Zweck gegründet wurde, die weltweite Ernährung sicherzustellen.
Anstieg bei Unterernährung
In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Die Zukunft der Migration ändern“. Nicht allein bewaffnete Konflikte seien dafür verantwortlich, dass weltweit so viele Menschen auf der Flucht seien wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, sagte die FAO.
Wesentliche Faktoren seien auch die steigende Zahl der Menschen, die von Hunger betroffen sind, Armut und immer häufiger auftretende extreme Wetterereignisse, die auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Nach FAO-Schätzungen sind 815 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Zwischen 2003 und 2014 war die Zahl der Betroffenen kontinuierlich gesunken - von 947 auf 775 Millionen. 2015 gab es bereits wieder einen leichten Anstieg auf 777 Millionen.
World Vision: Nur noch Haut und Knochen
Die Hungerkrise in Ostafrika betrifft laut World Vision aktuell 15 Millionen Kinder. Mehr als 800.000 von ihnen seien schwer unterernährt und drohten zu verhungern, warnte die Organisation Mitte Oktober in einer Aussendung. „Da sind ausgemergelte Kinder in Krankenbetten, die nur mehr Haut und Knochen sind. Bilder, die wir im Jahr 2017 eigentlich nicht mehr sehen sollten“, schilderte Christopher Hoffman, World-Vision-Regionalleiter für humanitäre Hilfe in Ostafrika. Die Organisation hat nach eigenen Angaben dort in sechs Monaten drei Millionen Menschen mit Nothilfemaßnahmen erreicht.
In dem seit mehreren Jahren dürregeplagten Äthiopien sind nach Informationen der Kindernothilfe 8,5 Millionen Menschen von der dadurch ausgelösten Hungersnot betroffen. In Somalia seien fast 400.000 Kinder zum Teil stark unterernährt, berichtete die Organisation. Sie stuft die Hungerkatastrophe als eine der schlimmsten ein, die Ostafrika je erlebt hat. Die Kindernothilfe hat nach eigenen Angaben ihre Unterstützung auf drei Regionen in Somalia und Äthiopien ausgeweitet und mit Hilfe lokaler Projektpartner Tausende Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt.
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