Polen spricht sich für EU-Beitritt der Türkei aus

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Polens Präsident Andrzej Duda hat sich während eines Warschau-Besuchs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für einen EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen. „Ich hoffe, dass die Wege der EU und der Türkei in die gleiche Richtung gehen werden und dass das in einer EU-Mitgliedschaft der Türkei resultieren wird“, sagte Duda heute.

Die Türkei sei ein wichtiger Partner der EU in Sicherheitsfragen und würde die Gemeinschaft bei der Bewältigung der Flüchtlings- und Migrationskrise unterstützen, sagte er. Erdogan kritisierte die langen Beitrittsverhandlungen und forderte von der EU klare Ansagen.

Gegen gegenseitiges Hinhalten

Man sollte sich nicht gegenseitig hinhalten, sagte er. Der Clinch des Bündnispartners Türkei mit Deutschland und den USA dürfte Polen mit Sorge sehen. Warschau fühlt sich seit der Ukraine-Krise von Russland bedroht und hatte sich für die stärkere Präsenz des Verteidigungsbündnisses an der Ostflanke eingesetzt.

Erdogan und Duda sprachen über die Zusammenarbeit im Rahmen der NATO, außerdem wurden fünf Dokumente unter anderem zur engeren militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit unterzeichnet. Auch ein Treffen zwischen Erdogan und Ministerpräsidentin Beata Szydlo stand auf dem Plan.