Meinungsforscher von Wahlergebnis nicht überrascht

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Experten haben sich gestern vom Ausgang der Nationalratswahl nicht überrascht gezeigt. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer befand, dass eine schwarz-blaue Koalition an Wahrscheinlichkeit gewonnen habe. Eine weitere Zusammenarbeit von ÖVP und SPÖ wäre zwar möglich, aber nur mit geändertem Personal, so Bachmayer - also ohne Christian Kern und wahrscheinlich mit Hans Peter Doskozil als roter Spitze.

Es gebe allerdings eine „starke Bestätigung“ der ÖVP und der FPÖ, weshalb Bachmayer damit rechnet, dass es nun möglicherweise recht rasch zu einer entsprechenden Regierungsbildung kommt. Um den Rückenwind des Kurz-Erfolgs zu nutzen und im Fall von Schwarz-Blau möglichen Gegenwind abzufangen, könnte auch die eine oder andere Landtagswahl nächstes Jahr, etwa in Niederösterreich, vorverlegt werden, erwartet Bachmayer.

Politikberater Hofer: Rot-Blau nicht vom Tisch

Der Wahlsieger sei unbestritten ÖVP-Chef Sebastian Kurz, unterstrich Politikberater Thomas Hofer. Wermutstropfen für Kurz sei aber, dass Rot-Blau nicht vom Tisch sei, sollte die SPÖ tatsächlich Zweiter sein. Für ihn sei auch die Frage, wie es mit Kern weitergehe.

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Wie auch Meinungsforscher Peter Hajek verwies auch Hofer darauf, dass die FPÖ allein dadurch in Verhandlungen mit der ÖVP ihren „Preis ordentlich hochtreiben“ könne, was etwa Ministerposten betrifft.

Offen, wie es mit SPÖ weitergeht

Wie es nun mit SPÖ-Chef Christian Kern weitergeht, bleibt nach Ansicht der Experten abzuwarten. Das hänge davon ab, ob Kern nun eine Oppositionsansage machen werde oder nicht. Das rote Ergebnis sei zwar respektabel - erinnere man sich aber an dessen Start, sei Kern „natürlich deutlich unter den Möglichkeiten geblieben“, so Hofer.

Bachmayer verwies darauf, dass das SPÖ-Ergebnis in Wien gar nicht so schlecht sei, weshalb es ihn nicht wundern würde, wenn nun überlegt würde, Kern als Nachfolger von Michael Häupl nach Wien zu schicken.

SPÖ als einzige linke Fraktion?

Dass die Grünen möglicherweise aus dem Parlament fliegen, würde die Struktur im Parlament „gänzlich verändern“, wäre die SPÖ doch dann die einzig linke Fraktion, sagte Hajek. Man müsse auf morgen warten, denn wegen der zahlreichen Wahlkarten könne sich noch einiges verschieben und die Wahlkarten könnten möglicherweise der „Rettungsanker“ für die Grünen sein.

Hofer sprach im Zusammenhang mit den Grünen von einem „Super-GAU“. Die Partei sei zwar in Landesregierungen vertreten und damit etabliert, aber wenn Peter Pilz die nächsten Jahre im Parlament „Grün spielen kann“, werde ein Wiedereinzug für die Grünen umso schwieriger, gab Hofer zu bedenken. Der Wahlkampf der Grünen sei „zu passiv und zu defensiv“ gewesen.

Politologe Plaikner: Inhalte haben gelitten

„Es waren im Wahlkampf mehr denn je die Personen wichtig“, sagt Politikanalyst Peter Plaikner im Interview mit dem ORF Niederösterreich.

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