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Auf Polizei vorbereitet

Nach dem Massenmord in Las Vegas im US-Staat Nevada kommen mehr und mehr Details ans Licht: Der Attentäter, der 58 Menschen tötete und rund 500 verletzte, hatte laut Polizei Kameras in seinem Hotelzimmer und auf dem Gang davor installiert, sodass er offenbar jeden beobachten konnte, der sich dem Raum näherte.

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Ermittler fanden neben mehreren Geräten im Zimmer von Stephen Paddock auch eine an einem Servierwagen im Hotelgang montierte Kamera. Laut Sheriff Joseph Lombardo schoss Paddock am Sonntagabend durch die Tür seines Hotelzimmers und traf einen Hotelsicherheitsmann ins Bein. Als Elitepolizisten kurze Zeit später das Zimmer stürmten, lag Paddock tot auf dem Fußboden, offenbar hatte er sich selbst erschossen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei Paddock um einen Einzeltäter handelte. Die Tat war offenbar lange geplant. Paddock hatte schon Tage vor dem Massaker ein Zimmer im 32. Stock des Mandalay-Bay-Hotels in Las Vegas gemietet, von dem aus er auf die Tausenden Besucher des Country-Festivals Route 91 Harvest feuerte. Sein Motiv ist nach wie vor vollkommen unklar.

Handgeschriebene Notiz auf Tisch

Mehrere Medien veröffentlichten inzwischen Fotos aus dem Inneren von Paddocks Zimmer. Darauf zu sehen waren auf Ständer montierte Sturmgewehre mit Zielfernrohr, Magazine mit Munition und ein Tisch, auf dem offenbar eine handgeschriebene Notiz liegt.

Frau betrachtet vor einer Polizeiabsperrung das Mandalay Hay Hotel in Las Vegas

Reuters/Lucy Nicholson

An der Fassade des Hotels sind die eingeschlagenen Fenster von denen Paddock aus schoss, gut zu erkennen

Lombardo nahm zu dem Inhalt der Bilder nicht Stellung. Er bestätigte jedoch, dass der Attentäter mindestens eines seiner halbautomatischen Gewehre mit einem „Bumb Stock“ in ein vollautomatisches Maschinengewehr umgebaut hatte - dadurch konnte der 64-Jährige Hunderte von Schüssen pro Minute abfeuern.

Insgesamt 47 Schusswaffen sichergestellt

Insgesamt stellte die Exekutive nach jüngsten Angaben im Hotelzimmer und in zwei Häusern des Täters in Mesquite und in Reno 47 Schusswaffen sicher. Darunter seien automatische Waffen und halbautomatische Gewehre, die illegal zu Maschinengewehren umgebaut worden seien. Die Schusswaffen seien in Utah, Kalifornien, Texas und Nevada gekauft worden. Außerdem wurden Tausende Schuss Munition und Sprengstoff entdeckt.

Haus von Stephen Paddock im US-Bundesstaat Nevada

APA/AP/Chris Carlson

Ein Haus des Schützen, das die Polizei durchsuchte

Motiv: Hohe Erwartungen an Freundin

Unterdessen kehrte die Freundin des Todesschützen von den Philippinen in die USA zurück. Marilou Danley sei in Begleitung von FBI-Beamten von den Philippinen in die USA geflogen. Die 62-Jährige sei in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) in Los Angeles angekommen, berichtete die „New York Times“ am späten Dienstagabend.

Rechtsanwältin Antonette Mangrobang zeigt die Reiseaufzeichnungen der vermissten Marilou Danley

APA/AP/Aaron Favila

Eine Vertreterin der philippinischen Behörden zeigt die Reiseunterlagen von Marilou Danley her

Die US-Ermittler erhoffen sich von der Australierin Aufklärung über die Motive des 64-jährigen Stephen Paddock, der am Sonntagabend von seinem Hotelzimmer in Las Vegas auf die Besucher eines Country-Festivals geschossen hatte. Für das FBI sei Danley eine „Person von Interesse“, sie gelte nicht zwangsläufig als verdächtig.

Paddock überwies 100.000 Dollar

Danley war zur Tatzeit nicht in den USA. Australischen Medienberichten zufolge war sie mit Freundinnen im Urlaub auf den Philippinen. Danley sei im September eingereist, bestätigte ein Sprecher der philippinischen Bundespolizei NBI. Eine Überweisung gibt weitere Rätsel auf. Paddock hatte etwa 100.000 Dollar (etwa 85.000 Euro) auf die Philippinen überwiesen. Zunächst lagen keine Angaben vor, wann er das Bankgeschäft erledigte und an wen das Geld konkret ging.

Die vermisste Marilou Danley

Reuters/Las Vegas Metropolitan PD

Marilou Danley

Mit Schützen in Haus gelebt

Die Australierin, die philippinische Wurzeln haben soll, wanderte vor rund 20 Jahren in die USA ein, um im Casino zu arbeiten. In Mesquite, dem Wohnort des 64-jährigen Todesschützen, soll Danley zusammen mit Paddock in einem Haus gelebt haben.

Nach Angaben des FBI gibt es keine Hinweise auf Verbindungen Paddocks zu internationalen Terrorgruppen. Vorstrafen lagen auch nicht vor. Paddock litt vermutlich unter keiner psychischen Erkrankung. Sein Bruder Eric beschrieb den mutmaßlichen Attentäter als friedlichen Menschen, der keine Kontakte zu politischen oder religiösen Organisationen gehabt habe. Ein Bekenntnis der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu der Tat wurde als nicht glaubwürdig eingestuft.

Trump lädt Überlebende ins Weiße Haus

Am Mittwoch reiste US-Präsident Donald Trump nach Las Vegas, wo er verletzte Opfer des Massakers traf. „Wir sind für euch da“, sagte er am Mittwoch nach einem Besuch im University Medical Center. Er teilte mit, dass er Überlebende ins Weiße Haus eingeladen habe und würdigte mit seiner Frau Melania an seiner Seite den Mut vieler Opfer, die verletzt zuerst anderen geholfen hätten, bevor sie Hilfe für sich suchten. Den Ärzten und Krankenpflegern bescheinigte er, einen „unglaublichen Job“ geleistet zu haben. „Wir haben ein großartiges Land“, sagte Trump.

Trauernde in Las Vegas

APA/AFP/Robyn Beck

Trauernde auf dem Gelände, auf dem das Konzert stattfand

Im Gegensatz zu Trump gibt es vonseiten der Ermittler bisher auch keine Äußerungen zum Geisteszustand des Schützen. Trump beschrieb Paddock am Dienstag als „krank“ und „wahnsinnig“. Der Täter habe „viele Probleme“ gehabt und sei ein „sehr, sehr krankes Individuum“ gewesen.

Aldean und Lopez sagen Konzerte ab

Nach dem Massaker während seines Konzerts sagte der Country-Sänger Jason Aldean seine Auftritte in dieser Woche ab. Aus Respekt vor den Opfern, deren Angehörigen und seinen Fans, sei das die richtige Entscheidung, so Aldean am Dienstag (Ortszeit) in einem Statement auf seiner Website. Es sei eine sehr emotionale Zeit für alle Beteiligten. Er und seine Band würden sich etwas Zeit nehmen, um die Opfer zu betrauern und nahe bei Familien und Freunden zu sein. Auch Popsängerin Jennifer Lopez verschob drei Konzerte in Las Vegas.

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