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Heftige Zusammenstöße

Wegen der verschärften Kontrollen auf dem Jerusalemer Tempelberg hat die Palästinensische Autonomiebehörde die diplomatischen Beziehungen zu Israel eingefroren. Wegen der zusätzlichen Kontrollen kam es am Freitag zu schweren Zusammenstößen mit Toten und Verletzten.

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Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte nach einem Treffen mit seinen Beratern am Freitagabend in einer kurzen TV-Ansprache, die Beziehungen würden erst wieder aufgenommen, wenn Israel die Sicherheitsmaßnahmen aufhebe. Zuvor war es wegen der zusätzlichen Kontrollen zu heftigen Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften gekommen.

Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden wurden mindestens drei Palästinenser bei Konfrontationen in Ostjerusalem getötet und rund 400 weitere in Jerusalem und im Westjordanland verletzt. Mehrere Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Als Auslöser der Unruhen gilt ein Streit über Metalldetektoren, die Israel nach einem tödlichen Anschlag auf dem Tempelberg an Eingängen zu der heiligen Stätte in Jerusalems Altstadt aufgestellt hatte.

Abbas bittet USA um Hilfe

Abbas bat die USA um sofortige Intervention in der Krise. Abbas habe bei einem Telefonat mit dem US-Nahost-Gesandten Jared Kushner den Abbau von Metalldetektoren gefordert, die Israel an Eingängen zu der heiligen Stätte aufgestellt hatte, berichtete die regierungstreue palästinensische Nachrichtenagentur Wafa.

Sicherheitskontrollen beim Löwentor in Jerusalem

APA/AP/Tsafrir Abayov

Kontrollen am Zugang zum Tempelberg

US-Präsident Donald Trump müsse „sich sofort einmischen, um Israel dazu zu bewegen, seine Maßnahmen an der Al-Aksa-Moschee rückgängig zu machen“, forderte Abbas dem Bericht zufolge. Andernfalls könnte die Lage außer Kontrolle geraten. Der palästinensische Präsident habe wegen der Krise eine Auslandsreise unterbrochen und sei in der Nacht zurückgekehrt, hieß es weiter.

Israel kontrolliert Zugang zu Jerusalems Altstadt

Am Freitag untersagte die israelische Polizei Männern unter 50 Jahren den Zugang für die Freitagsgebete. Der Zugang zur Altstadt und zum Tempelberg sei nur Männern ab dem Alter von 50 Jahren sowie allen Frauen gestattet, erklärte sie. Bereits nach der Installation der Metalldetektoren hatten sich viele Palästinenser geweigert, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zu betreten. Vergangene Woche hatten drei arabische Israelis in der Jerusalemer Altstadt zwei israelische Polizisten erschossen, sie wurden daraufhin von Sicherheitskräften getötet.

Eine Grafik zeigt den Tempelberg in Jerusalem und dessen heilige Stätten

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Washington Post

Als Reaktion auf die Attentate hatte Israel den Zugang zum Tempelberg ohne Rücksprache mit der Wakf-Stiftung zunächst geschlossen. Diese verwaltet die Stätte, die Juden und Muslimen heilig ist. Israel ist für die Sicherheit zuständig. Am Sonntag wurde der Zugang zum Tempelberg wieder ermöglicht. Die installierten Metalldetektoren verschärften jedoch die Spannungen an dem Ort. Der Tempelberg (arabisch: Haram al-Scharif) ist das drittwichtigste Heiligtum des Islam nach Mekka und Medina. An ihm befindet sich auch die jüdische Westmauer (Klagemauer), einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels.

Siedler im Westjordanland getötet

Unterdessen weitet sich die Gewalt aus. Bei einem Messerangriff in einer jüdischen Siedlung im Westjordanland wurden am Freitag drei Israelis getötet. Ein Angreifer sei in ein Haus in der Siedlung Neve Zuf nordwestlich von Ramallah eingedrungen und habe dort auf vier israelische Zivilisten eingestochen, teilte die Armee am Abend mit. Drei von ihnen seien gestorben, ein weiterer sei verletzt worden.

Der 19-jährige Angreifer wurde von einem Nachbarn angeschossen und schließlich festgenommen. Nach dem tödlichen Messerangriff wurde später auch der Bruder des Täters festgenommen. Er sei bei der Durchsuchung des Hauses des Attentäters in der Nacht auf Samstag in Gewahrsam genommen worden, teilte die israelische Armee am Samstag mit.

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