Die Poperneuerer sind zurück
Kaum eine Band hat sich dermaßen in den jüngeren Popkanon eingeschrieben wie Arcade Fire - das kanadische Sextett setzt seit 15 Jahren auf schrulligen Artpop mit Folk-Anleihen und gibt sich wandelbar. Beim Konzert in Linz ist mit Kostproben aus dem Ende des Monats erscheinenden fünften Album zu rechnen, das von einer sehr illustren Runde produziert wurde.
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Die Veröffentlichung von „Everything Now“, so der Titel des insgesamt fünften Albums von Arcade Fire seit dem Jahr 2004, ist für den 28. Juli 2017 geplant. Die gleichnamige Single ist bereits Anfang Juni erschienen. Dabei hat das Sextett um den nach Kanada ausgewanderten US-Amerikaner Win Butler eine außergewöhnliche Produzentenriege für das Album angeheuert, die Spekulationen auf einen ganz großen Wurf nährt.
Daft Punk, Pulp, Portishead
Mit Thomas Bangalter ist eine Hälfte von Daft Punk ebenso an der Produktion beteiligt, wie Pulp-Bassist Steve Mackey, Geoff Barrow von Portishead und Markus Dravs, bekannt für seine Kollaborationen mit Coldplay, Björk, Mumford & Sons und Brian Eno.

Caroline Desilets
Arcade Fire
Die am 1. Juni veröffentlichte Single „Everything Now“ versprüht für Arcade-Fire-Verhältnisse nahezu manische Fröhlichkeit statt schwerem Pathos. Sie erinnert angesichts des getragenen und kraftvollen Gesangs Butlers an David Bowie in seinen besten Momenten – Bowie war ein großer Bewunderer von Arcade Fire und am 2013 erschienen Album „Reflektor“ als Gast zu hören. Die Band widmet Bowie derzeit im Rahmen der Konzerte regelmäßig Songs.
Eigenbrötlerische Popsounds
Das Spiel mit den Versatzstücken des Pop, um daraus einen vollkommen eigenwilligen Sound zu brauen, beherrschen Arcade Fire angesichts der Single nach wie vor perfekt. Schon das Debütalbum „Funeral“ aus dem Jahr 2004 ließ die Kritiker vor Begeisterung jubeln.
Die von Arcade Fire dargebrachte gewitzte Vermengung von Folk mit Pop und Rhythmusmustern, wie sie die Talking Heads einst perfektioniert haben, und vor allem eine gehörige Portion eigenbrötlerischer Ideen sind auf offene Ohren gestoßen. Der Hype nahm seinen Lauf - mit allen Krisen, die dazu gehören. Kurzzeitig stand die Band vor dem Aus.
Eine Band für alle Orte
Der eigentliche Höhenflug begann 2007 mit dem Album „Neon Bible“, der Arcade Fire den großen kommerziellen Erfolg brachte. Die Band demonstrierte in der Folge auch sehr eindrucksvoll, dass sie auf Stadionbühnen gleich gut funktioniert wie in kleinen Clubs – ihr Debüt in Österreich gab die Band bei einem umjubelten Konzert im Wiener Flex im Jahr 2005.
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Johannes Luxner, für ORF.at