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Großer Pop an der Donaulände

Im vergangenen Jahr zum ersten Mal ausgetragen, hat das Festival Ahoi! The Full Hit of Summer den Nerv des Publikums getroffen. Mit Sigur Ros und einem mit sehr viel Bewusstsein gestalteten Programm und Konzertgelände wurde demonstriert, dass weniger auch in Festivalform mehr sein kann. Am Dienstag bietet die zweite Auflage ein bemerkenswertes Line-up mit Arcade Fire als Headliner.

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Gernot Kremser, der künstlerische Leiter des Linzer Posthofs sowie die treibende Kraft hinter dem Ahoi! The Full Hit of Summer, ist stolz darauf, was er nicht hat: „Es gibt bei uns kein Bungee-Jumping – wir haben nicht einmal eine VIP-Area“, erklärt Kremser die in Linz herrschenden Verhältnisse im Gespräch mit ORF.at mit einem Schmunzeln.

The Full Hit of Summer

Tom Mesic

Weniger ist mehr: Das Festival dauert nur einen Tag und kommt ohne übertriebenes Rahmenprogramm aus

Kremser verwendet Begriffe wie „Boutique-Festival“ und spricht von einem kleinen und feinen Festival unweit des Linzer Zentrums. „Wir wollen bewusst ein wenig gegensteuern.“ Denn längst existiert ein großes Publikum, das mit den wiederkehrenden Line-ups großer Festivals zunehmend weniger anfangen kann und auch nicht gewillt ist, die Strapazen eines Großfestivals im vollen Umfang durchzuexerzieren.

Weniger Superlative, mehr Spaß

Mit 9.000 Besuchern wurde die letztjährige Premiere des Festivals, das eine Fusion des vom Posthof veranstalteten Ahoi!-Festivals mit der bestehenden Festivalmarke The Full Hit of Summer von PSI Music bedeutet, zum ausverkauften Popereignis mit der isländischen Band Sigur Ros. Ein qualitativ hochwertiges und dabei quantitativ überschaubares Line-up sowie die direkte Auseinandersetzung mit der örtlichen Umgebung des Festivalgeländes zwischen Lentos und Brucknerhaus reichten vollkommen aus, um für einen großen Abend zu sorgen. Der Beweis war erbracht, dass es keiner Superlative bedarf, um große Atmosphäre zu erzeugen, was es am Dienstag ab dem Nachmittag abermals zu demonstrieren gilt.

Arcade Fire als Coup

Mit der Verpflichtung der kanadischen Superstars Arcade Fire ist den Veranstaltern ein Coup gelungen. Das kanadische Sextett, das für den Pop der 2000er Jahre prägend wie kaum eine andere Formation war, gilt live als Ereignis sondergleichen. Es handelt sich um das einzige Österreich-Konzert der Kanadier in diesem Jahr. Die wenigen zugkräftigen Namen sind bei den Veranstaltern entsprechend heiß umkämpft. In Kürze erscheint das fünfte Album „Everything Now“. Mit Kostproben davon ist beim Konzert zu rechnen.

The Full Hit of Summer

Tom Mesic

Sigur Ros (im Bild) spielten im Vorjahr - die Isländer haben auch Anteil daran, dass Arcade Fire heuer in Linz zu sehen sind

Dass die Arcade-Fire-Show in Linz stattfindet, hat auch mit dem vergangenen Jahr zu tun. Arcade Fire und Sigur Ros teilen sich dieselbe Konzertagentur, und Sigur Ros haben es in Oberösterreich sehr genossen. Kremser: „Wir waren am Traunsee Motorboot fahren und Fisch essen. Es hat sich herumgesprochen, dass es bei uns auszuhalten ist.“

Doch das Line-up punktet nicht nur mit Arcade Fire. Mit dem auch aus Kanada stammenden Trio Timber Timbre, das auf düsteren Pop mit starkem Folk-Einschlag setzt und dessen Song „Magic Arrow“ dank der TV-Serie „Breaking Bad“ einem großen Publikum bekannt wurde, steht ebenso eine Band mit hohen atmosphärischen Qualitäten auf der Bühne im Donaupark. Timber Timbre wurden als Ersatz für Grandaddy engagiert. Die mitunter kultisch verehrten Kalifornier mussten aufgrund des Todes des Bassisten ihre gesamte Tournee abbrechen.

Ausklang im Brucknerhaus

Explosions in the Sky aus Austin, Texas, werden für Postrockklänge sorgen. Steaming Satellites aus Salzburg sind der heimischen Beitrag in Form von Indiepop. Eröffnet wird der Konzertreigen von Get Well Soon alias Konstantin Gropper. Der Deutsche ist bekannt für seine an Soundtracks gemahnenden Popsongs, die das Line-up stimmig abrunden. Und auch für einen entsprechenden Ausklang ist gesorgt. Im Anschluss an den Auftritt von Arcade Fire geht es im Brucknerhaus weiter: mit aberwitzigen Schlagzeugeinlagen zwischen Jazz und Hip-Hop-Beats von Koenig, mit Elektropop von Leyya und mit DJ-Einlagen von Gerd Janson.

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