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Auch keine Umbenennung

Partei und Klub des Team Stronach (TS) haben am Dienstag in einer Aussendung bestätigt, wie von Frank Stronach bereits mehrmals angekündigt, dass es weder eine Umbenennung noch eine Kandidatur bei der NR-Wahl 2017 geben wird.

Die parlamentarische Arbeit werde selbstverständlich bis zum Ende dieser Gesetzgebungsperiode fortgeführt. Darüber hinaus stehe es aber jedem Abgeordneten frei, mit einer eigenen Liste und unabhängig vom Team Stronach bei der NR-Wahl anzutreten, teilten TS-Klubobmann Robert Lugar und TS-Generalsekretär Christoph Hagen in einer gemeinsamen Aussendung mit.

Team Stronach-Klubchef Robert Lugar

APA/Herbert Neubauer

TS-Klubchef Robert Lugar bei einer Rede im Parlament

Lugar will kandidieren

Der derzeitige Klubobmann Lugar will das auch tun: „Ich werde auf jeden Fall kandidieren“, sagte er der APA. In welcher Form - ob mit eigener, neuer Liste oder auf einer anderen -, ließ er allerdings offen. Die Partei Team Stronach in ihrer bestehenden Form soll dem Vernehmen nach mit Ende des Jahres aufgelöst werden.

Zuvor hatte Lugar für Dienstagnachmittag eine „wichtige Sitzung“ der Partei angekündigt. Zugeschaltet sei dafür auch Parteigründer Frank Stronach, sagte Lugar am Vormittag in einer Pressekonferenz auf Journalistenfragen.

Am Vormittag war alles noch anders

Dabei war von einer Auflösung im Gegensatz zur Aussendung am Nachmittag keine Rede. „Es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, ich kandidiere. Wie genau, werden die Gremien entscheiden“, sagte Lugar noch am Vormittag. Für die Landesliste sei bis Mitte August Zeit, derzeit sei alles in Bewegung.

Team Stronach-Bundesparteiobmann Frank Stronach

APA/Georg Hochmuth

TS-Gründer Frank Stronach 2016 bei einem ORF-Sommergespräch

Lugar wollte nach APA-Informationen selbst als TS-Spitzenkandidat ins Rennen gehen, nachdem der umworbene Kolumnist der „Kronen Zeitung“ Tassilo Wallentin dem Vernehmen nach abgesagt hat. Die Partei hätte zudem einen neuen Namen und Mittel für den Wahlkampf gebraucht, denn Stronach wollte weder seinen Namen noch weiteres Geld für die Partei lockermachen.

Stronach gab Rückzug 2016 bekannt

Das politische Projekt von Magna-Gründer Stronach ist damit also bald Geschichte. Stronach selbst hatte bereits im Jahr 2016 seinen Rückzug bei der nächsten Nationalratswahl bekanntgegeben. Bis zum Ende der Legislaturperiode werde er Parteiobmann bleiben, danach werde er „persönlich nicht mehr in der Politik sein“, so Stronach vor einem Jahr. Er hatte damals auch klargestellt: „Der Name Stronach wird auch nicht vorkommen."

Team Stronach vor Auflösung

Das Team Stronach wird bei der kommenden Nationalratswahl nicht kandidieren - auch nicht unter einem neuen Namen.

„Tätigkeit sehr ernst genommen“

Die 2012 von ihm gegründete Partei verlor damit also nicht nur das Scheckbuch des austrokanadischen Milliardärs, sondern auch dessen prominenten Namen. „Ich bin sehr bedacht auf meinen Namen“, sagte der damals 83-Jährige, „da muss man aufpassen, dass der nie kreditgeschwächt wird.“ Er habe seine Tätigkeit als Parteiobmann sehr ernst genommen, auch wenn er im Rückblick manches anders gemacht hätte - so habe er bisweilen „zu kräftig am Käfig gerüttelt“.

Aber es sei wichtig, nach vorne zu schauen. Er habe „ein gewisses Alter“, und es brauche „jüngere Leute“. „Mein Herz ist immer noch für Österreich“, betonte Stronach, er werde „immer mit Rat und Tat zur Seite stehen“ - wem konkret, sagte er nicht dazu.

„Habe ein gewisses Alter“

Stronach, der sich in Österreich auch als Parteichef oft rarmachte, hatte für die Ankündigung seines Rückzugs damals seine Fans zu einem „Wirtschaftssymposium“ ins Magna Racino im niederösterreichischen Ebreichsdorf geladen. Bereits in den Foldern, die auf der Veranstaltung auflagen, hatte Stronach seinen Rückzug „bei der nächsten Nationalratswahl angekündigt“. „Mir liegt Österreich sehr am Herzen, aber ich habe ein gewisses Alter“, schrieb Stronach.

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