Eine Million Österreicher leiden unter Inkontinenz

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Inkontinenz ist die häufigste und gleichzeitig am stärksten tabuisierte Volkskrankheit. In Österreich leidet eine Million Menschen an einer Blasen- oder Darmschwäche - meist, ohne darüber zu sprechen. Die Folgen reichen von sozialem Rückzug bis zur Reduktion von Nahrung und Flüssigkeit. Dabei wäre die Erkrankung meist gut zu behandeln, sagten Experten bei einer Pressekonferenz heute in Wien.

Hauptrisikofaktor ist vor allem das Alter, hieß es. Ab 80 Jahren ist bereits ein Drittel betroffen, oft ist Inkontinenz der ausschlaggebende Grund für die Einweisung in ein Pflegeheim. Dabei wird nicht selten auf Demenz geschlossen, obwohl es die Betroffenen körperlich nicht rechtzeitig auf die Toilette schaffen.

Oft heilbar

Blasen- und Darmschwäche wäre in vielen Fällen durchaus behandelbar, nicht selten auch heilbar, Scham und mangelnde Information stehen allerdings im Weg. Stattdessen erfolgt aus Angst oft ein sozialer Rückzug und weniger Bewegung, was einen Abbau erst recht beschleunigt.

Hinzu kommt der Irrglaube, dass es sich um eine irreversible Folge des Alterns und somit unabwendbares Schicksal handle, so Vertreter der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ). Für jede Form gebe es verschiedenste Hilfsmaßnahmen, mit denen Linderung und oft auch Heilung erzielt werden könne. Im Rahmen der „Welt-Kontinenz-Woche“ von 19. bis 25. Juni klären Spezialisten in ganz Österreich über Umgang, Behandlung und Vorbeugung auf.