Katars Regierung: Hackerangriff auf Agentur nachgewiesen
Die Regierung Katars geht auf der Grundlage eines vorläufigen Untersuchungsberichts davon aus, dass ein Hackerangriff auf die staatliche Nachrichtenagentur KNA die schwere diplomatische Krise mit den Nachbarstaaten hervorgerufen hat. Der Hackerangriff habe Anfang April begonnen, teilte das Innenministerium gestern in Doha mit.
Einen Monat später verbreitete die Agentur angebliche Erklärungen des Emirs von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani. Unter den Themen, die in der angeblichen Erklärung von Scheich Tamim angeschnitten wurden, waren die radikalislamische Palästinenserbewegung Hamas, die als „legitime Vertretung des palästinensischen Volkes“ bezeichnet wurde, und der Iran, der als strategischer Alliierter für seine Nachbarstaaten empfohlen wurde.
Hackerangriff führte zu „falschen“ Erklärungen des Emirs
„Das mit der Untersuchung beauftragte Team hat bestätigt, dass der Hackerangriff mit neuartigen technischen Mitteln erfolgte und an einer Schwachstelle des Systems der KNA ansetzte“, teilte das Innenministerium mit. Der Angriff habe im April begonnen und sei Ende Mai genutzt worden, um „falsche“ Erklärungen des Emirs herauszugeben. In die Untersuchung zum Hackerangriff sind die US-Bundespolizei FBI und britische Experten einbezogen.
Saudi-Arabien und seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen sowie den Verkehr über Luft-, Wasser- und Landwege eingestellt. Begründet wurde das unter anderem mit Verbindungen Dohas zu „Terrororganisationen“.