Zigtausende Menschen gestrandet
Ein Stromausfall war der Grund für das Computerchaos bei der Fluglinie British Airways (BA) am Wochenende - mögliche Ursache: menschliches Versagen. Ein Mitarbeiter eines externen Dienstleisters soll irrtümlich den Strom im Datencenter abgedreht und damit eine fatale Kettenreaktion ausgelöst haben.
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In einer internen Mail des zuständigen IT-Chefs Bill Francis der BA-Muttergesellschaft International Consolidated Airlines Group (IAG) soll dieser bestätigt haben, dass ein Stromausfall der Grund für den Ausfall der IT-Systeme am Wochenende war, berichtete die britische „Times“. Dabei soll eine eigentlich nicht zu unterbrechende Stromversorgung unterbrochen worden sein.
Notfallsysteme versagten
Nach einigen wenigen Minuten totalem Stromausfall soll der Strom in einer „unkontrollierten und ungeplanten“ Art und Weise wieder aufgedreht worden sein, was auch zu einem physischen Schaden am System geführt und das Problem weiter verschlimmert habe, zitierte der „Guardian“. Offenbar versagten bei dem Ausfall auch sämtliche Back-ups und Notstromlösungen.

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas
75.000 Menschen waren wegen der Streichungen auf den britischen Flughäfen Heathrow und Gatwick gestrandet
Durch den Aufall der Systeme musste die Fluglinie am Samstag alle Flüge von Heathrow und Gatwick streichen, 75.000 Menschen saßen alleine dort fest. Weltweit kam es zu Verspätungen - ausgerechnet an dem Wochenende, an dem viele Menschen in Großbritannien wegen eines Feiertags am Montag und einer Ferienwoche in den Urlaub aufbrechen wollten. Vom Ausfall waren alle IT-Systeme betroffen, vom Flugbetrieb über das Callcenter bis zur Website.
Dienstleister weist Schuld von sich
Die Frage ist, was zu dem Stromausfall geführt hat. Laut „Times“ soll der Mitarbeiter eines externen Dienstleisters die Stromversorgung unterbrochen haben. Das wies CBRE, der für das betroffene BA-Datenzentrum nahe Heathrow zuständig ist, aber laut „Guardian“ zurück. Es gebe noch keine Hinweise auf die tatsächliche Ursache für den Ausfall, die Untersuchungen seien noch im Gange, so CBRE. Auch BA sagt, die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.
Kosten in Millionenhöhe
Wie die „Times“ berichtete, soll die Fluglinie Warnungen ignoriert haben, wonach die Auslagerung von Jobs, Kostenstreichungen und der Verlust erfahrener Mitarbeiter die Sicherheit der IT-System bedrohten. Laut einem Mitarbeiter der Fluglinie sollen seit März 2016 600 IT-Jobs gestrichen worden sein. Der „Guardian“ schrieb, dass Francis 2015 Investoren versprochen haben soll, mit Auslagerungen pro Jahr 90 Mio. Euro sparen zu können.
Der Ausfall dürfte die Fluglinie und ihre ihre Muttergesellschaft auf jeden Fall teuer zu stehen kommen. Nicht nur fiel der IAG-Aktienkurs, es kommen auch noch Entschädigungen und Rückerstattungen für Kunden auf den Konzern zu. Der „Guardian“ rechnete mit rund 100 Mio. Pfund Kosten. Zudem habe der Ruf der Fluglinie darunter gelitten, so ein Berater.
IT-Ausfälle immer wieder Ursache für Verspätungen
Ähnlich wie bei British Airways gab es in der Vergangenheit schon Vorfälle bei anderen Airlines und Flughäfen. Erst im April des Jahres brachte ein Computerproblem im Kontrollsystem die Balearen-Flughäfen Ibiza, Menorca und Palma für mehrere Stunden durcheinander. Im September des Vorjahres hatte British Airways bereits mit Verzögerungen wegen IT-Problemen zu kämpfen. Ein IT-Fehler führte zu langen Wartezeiten auf den Londoner Flughäfen Heahthrow und Gatwick, auch Passagiere anderer Flughäfen beschwerten sich über Verspätungen.
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