Kopftuch: Van der Bellen sieht „Fehler, wenn man so will“
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat eingeräumt, dass seine umstrittene Kopftuch-Aussage nicht ideal formuliert gewesen sei. „Ja, es war ein Fehler. Es ist dadurch etwas entfesselt worden, was auch eine gewisse Empörungskultur befördert hat", so Van der Bellen gegenüber der Zeitung „Österreich“. Gegenüber der „Kronen Zeitung“ sagte der Bundespräsident, sein Fehler, „wenn man so will“, sei in der Formulierung gelegen.
Van der Bellen hatte bei einer Diskussionsveranstaltung im März, angesprochen auf Islamfeindlichkeit - speziell Übergriffe auf Kopftuch tragende Frauen -, gemeint: „Wenn das so weitergeht (...) bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen, alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“
Weiters griff er zum Vergleich mit Dänemark in der Zeit der Besatzung durch Nazi-Deutschland. Damals hätten nicht jüdische Dänen begonnen, den Davidstern zu tragen - als Geste des Widerstands gegen die Deportation von Juden.
Negative Resonanz auch international
Abgesehen davon, dass Letzteres historisch zumindest umstritten ist, stießen sowohl der Holocaust-Vergleich als auch die Kopftuch-Aussage sogar international auf negative Resonanz. „Hin und wieder wird man auch etwas sagen müssen, wo man im Moment viel Kritik einsteckt. Aber auf Dauer wird vielleicht doch verstanden, was man eigentlich sagen wollte“, sagt Van der Bellen nun dazu.
Bezüglich des Davidstern-Vergleichs sieht das Staatsoberhaupt selbst keinen Vergleich. Es sei ihm um die Darstellung des „zivilen Widerstands gegen die Diskriminierung einer Minderheit“ gegangen. Er sorge sich „seit Langem, dass wir uns immer so sehr auf das Schlussverbrechen, den Holocaust, die Konzentrationslager fokussieren, und zu wenig mitdenken, was schon in den 1920er und den 1930er Jahren passiert ist“: die Vorbereitung, die Entwürdigung, die Diskriminierung - erst diese Vorgeschichte erkläre, wie es dann dazu kommen konnte, die Menschen auch physisch zu vernichten. Das habe er sagen wollen, zitiert die „Kronen Zeitung“ den Bundespräsidenten.