Red-Bull-Erbe in Kriminaluntersuchung abgetaucht

Ein von der thailändischen Justiz wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls mit Fahrerflucht gesuchter Red-Bull-Erbe, Vorayuth Yoovidhya, soll laut Angaben von heute in Singapur seinen Privatjet zurückgelassen haben und untergetaucht sein. Die schleppende Aufarbeitung des Vorfalls vom September 2012 hat in Thailand bereits viel Kritik und den Vorwurf hervorgerufen, das Justizsystem bevorzuge Reiche.

Vorayuth Yoovidhya

APA/AP/Matt Dunham

Gegen den Enkel des verstorbenen Mitbegründers des Getränkekonzerns Red Bull, Chaleo Yoovidhya, läuft ein langwieriges Gerichtsverfahren wegen des Todes eines Motorradpolizisten. Der Millionenerbe soll den Beamten in Bangkok mit seinem Ferrari überrollt, mitgeschleift und danach Fahrerflucht begangen haben.

Pass soll für ungültig erklärt werden

Nach Angaben der thailändischen Polizei von heute hatte sich der Beschuldigte vergangene Woche nach Singapur abgesetzt, zwei Tage, nachdem er vor Gericht erscheinen hätte sollen, wo ihm eine formelle Anklage drohte. Den Stadtstaat soll er jedoch zwei Tage später auf unbekanntem Weg verlassen haben. „Sein Privatjet ist immer noch dort“, sagte Apichat Suriboonya, Leiter von Interpol Thailand. Mehr wisse man derzeit nicht über seinen Verbleib.

Die thailändische Polizei hat das eigene Außenministerium inzwischen dazu aufgefordert, Yoovidhyas Pass für ungültig zu erklären. Damit soll seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt und er so schließlich gefasst werden. Sein Großvater Chaleo Yoovidhya hatte Kratin Daeng entwickelt, woraus der Energy-Drink Red Bull des Salzburger Unternehmers Dietrich Mateschitz hervorging.