Venezuela: Maduro will Parallelparlament
Der enorm unter Druck stehende venezolanische Staatschef Nicolas Maduro hat zu einer neuen Verfassung für Venezuela aufgerufen. Diese solle vom Volk und nicht von den Abgeordneten des Parlaments geschrieben werden, rief Maduro auf einer Kundgebung zum 1. Mai gestern Tausenden Anhängern in der Hauptstadt Caracas zu.

Reuters/Miraflores Palace/HO
Eine Versammlung von Bürgern ohne Politiker solle gebildet werden, sagte der linke Staatschef mit Blick auf das von der konservativen Opposition beherrschte Parlament. „Um den faschistischen Staatsstreich zu überwinden und wieder Frieden im Land einkehren zu lassen“, rufe er zur Bildung einer verfassunggebenden Bürgerversammlung auf.
Opposition will Referendum über Maduro
Maduro bezog sich auf die Versuche der konservativen Opposition, ihn zu entmachten. Das krisengeschüttelte Venezuela wird seit Wochen von Unruhen und Protesten erschüttert, in deren Verlauf bereits fast 30 Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden. Auch gestern gab es wieder in mehreren Vierteln von Caracas gewaltsame Auseinandersetzungen.
Die Opposition kämpft für eine vorgezogene Parlamentswahl und eine Volksabstimmung über die Absetzung des Staatschefs, dessen Mandat regulär im Jänner 2019 endet. Die Regierungsgegner machen den Präsidenten für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen südamerikanischen Land verantwortlich.