EU droht Polen wegen Abholzung in Naturschutzgebiet
Die EU-Kommission hat Warschau mit einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gedroht, wenn das Land die Abholzung im Naturschutzgebiet Bialowieza im Osten Polens nicht einstellt. Das Land müsse „vom Holzeinschlag in großem Stil in den Wäldern von Bialowieza“ Abstand nehmen, hieß es heute in einer „letzten Mahnung“ der Behörde.
In der Mahnung kritisiert die Kommission eine im März beschlossene Verdreifachung des Holzschlags in dem 150.000 Hektar großen, geschützten Gebiet, das als letzter Urwald Europas bekannt ist. Da die Abholzung bereits begonnen habe, bei der „unter anderem hundertjährige und noch ältere Bäume gefällt“ werden, drohe eine „gravierende irreparable Schädigung“, heißt es in der Erklärung der Behörde.
Normalerweise hat ein EU-Land in einem solchen Verfahren zwei Monate Zeit, um auf die Vorwürfe einzugehen. Wegen der akuten Bedrohung des Naturschutzgebiets verlangte die Kommission in diesem Fall aber eine Reaktion binnen eines Monats. Umweltschützer warnen seit Jahren vor Abholzungen in dem Gebiet. Bereits 2010 hatten Ökologen in Brüssel gegen die Verletzung von europäischen Umweltschutzvorschriften geklagt.