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„Ganz Schweden trägt Trauer“

Mit einer landesweiten Schweigeminute und einer Trauerfeier gedenkt das offizielle Schweden am Montag der Opfer des Lkw-Anschlags am Freitag. Bereits am Sonntag folgten Zehntausende Menschen der Einladung zu einer spontanen „Liebeskundgebung“ und setzten im Zentrum von Stockholm ein Zeichen gegen Terror und Gewalt.

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Zu der Kundgebung wurde über Soziale Netzwerke wie Facebook aufgerufen. Allein der nahe dem Anschlagsort gelegene Sergels Torg war bis auf den letzten Platz gefüllt. Um 15.53 Uhr, als der Anschlag erfolgte, wurde auf dem Platz mit einer Schweigeminute der vier Todesopfer, zwei Menschen aus Schweden, einer aus England und eine Belgierin, gedacht.

Trauerbekundung in Stockholm

APA/AFP/Odd Andersen

Massenkundgebung gegen Terror: „Liebe für alle, Hass für keinen“

Am Anschlagsort entfernte die Polizei die Absperrungen. Ein Blumenmeer, aber auch die mit Spanplatten abgedeckte Fassade des Kaufhauses Ahlens, die vom Lkw durchbrochen wurde, zeugten weiter von den Ereignissen, die Schweden in den Ausnahmezustand versetzten.

„Es war so schrecklich“, sagt John Ronnblom, ein Pensionist, der eigentlich mit seiner Frau nach Finnland reisen wollte, um ihren 87. Geburtstag zu feiern. Doch nach der Attacke sagten die beiden die Reise wieder ab: Hier zu sein sei für sie jetzt wichtiger. Diesen Gedanken teilen viele Stockholmer und Touristen, die sich zu der Kundgebung auf dem Platz versammelten. „Toll, dass die Leute sich getraut haben, hier rauszukommen und zu zeigen, dass wir zusammen sein wollen“, sagte Teddy, der mit Freunden gekommen war.

Menschenmassen am Stockholmer Sergels-Torg-Platz

APA/AFP/Jonathan Nackstrand

Tausende Menschen kamen ins Zentrum von Stockholm

Landesweite Schweigeminute am Montag

Die Flaggen am Königspalast, am Regierungssitz, am Parlament und am Stockholmer Rathaus stehen weiter auf halbmast. Premier Sefan Löfven kündigte für Montag eine Trauerfeier und eine landesweite Schweigeminute um 12.00 Uhr an. „Wir wissen, dass das Ziel solcher Attacken ist, Angst und Hass zu verbreiten“, sagte Löfven, als er am Tatort im Zentrum der schwedischen Hauptstadt Blumen niederlegte.

Trauerbekundung in Stockholm

APA/AP/Markus Schreiber

Die Fassade des Kaufhauses Ahlens ist mit Spanplatten abgedeckt - viele hinterlassen dort nun Botschaften gegen Terror und Gewalt

Die Schweden hätten nach dem Anschlag aber Stärke bewiesen und einander unterstützt. „Heute trägt ganz Schweden Trauer, aber wir werden das gemeinsam überstehen“, sagte Löfven. Auch Kronprinzessin Victoria beschwor bei einem Besuch des Anschlagsorts die Solidarität der Schweden. „Das wird uns auf gewisse Art noch stärker machen“, sagte sie. Stockholms Bürgermeisterin Karin Wanngard pries ihre „durch Offenheit und Toleranz charakterisierte Stadt“. „Angst darf nicht regieren. Terror kann nicht gewinnen.“

Die schwedische Kronprinzessin Victoria und ihr Mann Prinz Daniel

APA/AP/NTB scanpix/Torstein Boe

Kronprinzessin Viktoria und ihr Mann Prinz Daniel besuchten am Samstag den Anschlagsort

Am Samstag hatte sich auch Schwedens König Carl XVI. Gustaf in einer kurzen Ansprache an die Bürgerinnen und Bürger gewandt. Der Monarch bedankte sich in einer Stellungnahme bei Polizei und Rettungsdiensten für die „tolle Arbeit“ nach dem Anschlag. Der Angriff sei verachtenswürdig, dennoch gebe es ihm Hoffnung, „dass all diejenigen unter uns, die helfen wollen, viel zahlreicher sind als diejenigen, die uns schaden wollen“, so Carl Gustaf vor dem Königspalast.

Trauerbekundung in Stockholm

APA/AFP/Jonathan Nackstrand

Blumenmeer im Zentrum der schwedischen Hauptstadt

Mit gestohlenem Lkw durch Einkaufsstraße gerast

Der Attentäter war am Freitagnachmittag im Zentrum der schwedischen Hauptstadt mit einem gestohlenen Lkw durch eine Einkaufsstraße in Stockholm gerast. Er tötete vier Menschen, 15 weitere wurden verletzt. Als Hauptverdächtiger wurde ein 39-jähriger Usbeke festgenommen, der dem schwedischen Geheimdienst bekannt war.

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