Opposition holt absolute Mehrheit bei Gambia-Wahl

Bei der Parlamentswahl gestern im westafrikanischen Gambia hat die langjährige Opposition die absolute Mehrheit erreicht. Die Vereinigte Demokratische Partei (UDP) gewann 31 von 53 zur Wahl stehenden Sitzen in der Nationalversammlung, wie die Wahlkommission heute in Banjul bekanntgab. Die APRC von Ex-Präsident Yahya Jammeh rutschte von 48 auf fünf Sitze ab.

Fünf Sitze gingen bei der Wahl an die neue, von der Jugendbewegung geprägte Partei Gambia Democratic Congress (GDC), die damit hinter den Erwartungen zurückblieb. Elf Sitze entfielen auf kleinere Parteien einer Koalition, ein Sitz ging an einen unabhängigen Kandidaten. Fünf weitere der insgesamt 58 Sitze im Parlament darf Präsident Adama Barrow vergeben.

Geringe Wahlbeteiligung

Barrow hatte die Präsidentschaftswahl im Dezember mit knappem Vorsprung gegen den langjährigen Staatschef Jammeh gewonnen. Dieser hatte das Land 22 Jahre lang autoritär regiert und weigerte sich zunächst, die Macht abzugeben. Nach einer Militärintervention der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) ging er ins Exil.

Nach Angaben der Wahlkommission war die Beteiligung bei der Parlamentswahl gering. Nur 42 Prozent der 886.000 Wahlberechtigten nahmen an dem Urnengang teil, zu dem 238 Kandidaten aus neun Parteien antraten. Die frühere britische Kolonie Gambia hat rund zwei Millionen Einwohner.