Dritte Ehefrau des Schahs
Farah Pahlavi alias Farah Diba gilt als meistfotografierte Frau ihrer Zeit und als eine der Ikonen der 1960er und 1970er Jahre. Die Frau des 1980 verstorbenen Schahs des Iran und ehemalige Kaiserin lebt seit dem Jahr 1979 im Exil mit Wohnsitzen in Frankreich und den USA. Mit ihren Kunstaktivitäten hat sie bis heute Spuren hinterlassen. Sie holte auch John Cage und Karl-Heinz Stockhausen in den Iran.
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Im Jahr 1938 in Teheran geboren, zog Farah Diba 1957 nach Paris, um dort Architektur zu studieren. Dort lernte sie Schah Mohammed Resa Pahlavi kennen, der zuvor mit der ebenso ikonenhaften Soraya verheiratet war. Die Ehe mit Soraya scheiterte aufgrund von Kinderlosigkeit. Ein Thema, das damals von den Medien umfassend ausgeschlachtet wurde. Mit Diba ließ sich nun aber der Weltöffentlichkeit ein modernes Märchen erzählen: 1959 heirateten der Schah und Diba. Zwischen 1963 und 1970 hat sie drei Kinder zur Welt gebracht.
Förderin der jungen iranischen Kunst
Ihr großes Interesse in der Zeit als Frau des Schahs galt der Kunst und der Kultur, was sich insbesondere durch ihre Sammeltätigkeit äußerte, oder vielmehr durch den Auftrag an ihr Büro, junge iranische Künstler mittels Ankäufen zu unterstützen. Dem wurde sehr umfangreich Folge geleistet und es wurde auch stark in internationale Kunst investiert. Im Jahr 1977 heuerte Farah Diba den US-amerikanischen Kunstprofessor David Galloway an. Er bekam den Auftrag, die Bestände der Sammlung zu erweitern, um sie dann auf Dauer im eigenen Museum präsentieren zu können.

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Farah Pahlavi alias Farah Diba (links neben Resa Pahlavi) und Familie
Wie Galloway in einem Interview mit der „Zeit“ erzählte, gab es nach oben hin keine Budgetgrenzen. Der Kunstmarkt wurde im Auftrag Dibas leergekauft, insbesondere Pop-Art von Roy Lichtenstein, Andy Warhol, der Diba auch porträtierte, bis Donald Judd landeten in Teheran. Dibas Cousin, der Architekt Kamran Diba, lieferte die Pläne für das neue Museum für Moderne Kunst in Teheran, in dem sich die Sammlung heute noch befindet. Dibas Cousin traf auch wichtige Entscheidungen, was die Ankäufe betraf.
Die nahende Revolution
Mit dem Schiras-Festival initiierte die Kaiserin ab dem Jahr 1967 auch ein Festival für elektronische Musik und Avantgardekunst in den Bereichen Tanz, Theater und Musik, das ebenso wie die Kunstsammlung in Richtung Westen blickte. John Cage war bei dem Festival, das bis zum Jahr 1977 in der südiranischen Stadt Schiras stattfand, ebenso regelmäßiger Gast wie Karl-Heinz Stockhausen, David Tudor und Peter Brook.
Das Festival war geprägt von internationalen Kooperationen. Indische Sitar-Klänge trafen auf Violinen. Balinesische Musiker sorgten gemeinsam mit westlichen Elektronikmusikern für Klangexperimente – eine Vorwegnahme dessen, was viele Jahre später unter der Bezeichnung Weltmusik einen Sammelbegriff fand. Aufgrund der nahenden Islamischen Revolution konnte das Festival bereits 1978 nicht mehr stattfinden.
Die Offenheit des Festivals war den Revolutionsführern ein besonderer Dorn im Auge. Es gab heftige Demonstrationen. Farah Diba und der Schah mussten das Land 1979 verlassen. Es begannen Jahre im Exil: Ägypten, wo ihr Mann im Jahr 1980 starb, Marokko, Bahamas, Mexiko und Panama. Mittlerweile lebt Diba in Frankreich und in den USA. Sie ist für ein Kinderbildungsprogramm der UNESCO tätig.
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Johannes Luxner, für ORF.at