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50 Meter Mindestdistanz

Eine neu eingeführte Hürde an der renommierten Pekinger Tsinghua-Universität sorgt derzeit für einiges Aufsehen. Zur Erlangung eines Diploms müssen Studierende künftig auch den Nachweis erbringen, dass sie schwimmen können. In Sozialen Netzwerken sorgt die Neuerung für Debatten - die Anforderung ist für die Universität allerdings alles andere als neu.

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Wie Universitätspräsident Qui Yong diese Woche bekanntgab, ist der Schwimmnachweis ab September obligatorisch. Für Studienanfänger führt ab dann - egal, was sie studieren - das Aufnahmeverfahren zumindest 50 Meter durch das Schwimmbecken. Bei Nichtbestehen muss im Rahmen verpflichtender Schwimmkurse „nachgesessen“ werden - bis zum Abschluss des ersten Studienabschnitts gilt es die genannte Distanz zu absolvieren, sonst gibt es kein Diplom.

„Grundlegende Fähigkeit“

Mit dem Vorstoß verspricht sich Qui eine Verbesserung der Fitness seiner Studentinnen und Studenten. Das Motto „Schwimm oder sink!“ stößt nach Angaben der Singapurer „Straits Times“ („ST“) nicht überall auf Gegenliebe. Ausnahmen werde es allerdings nur im Krankheitsfall und nach Überprüfung durch die medizinische Abteilung geben, sagte der an der Uni für Sporterziehung zuständige Liu Bo laut „China Daily“.

Schwimmer im Hallenbad

AP/Su zishan

Schwimmen zählt ab Herbst zum Tsinghua-Pflichtprogramm

An der Tsinghua-Universität habe Sport zwar eine lange Tradition - immer weniger Studenten trainierten Liu zufolge aber regelmäßig, weswegen man nun auf „Zwangsmaßnahmen“ setze. Auch Qui sprach in der Zeitung von einer „Notwendigkeit“. Schwimmen bezeichnete der Unipräsident gegenüber der Zeitung als „grundlegende Fähigkeit“: Schwimmen sei nicht nur gesund, sondern in Notsituationen auch potenziell lebensrettend.

„Willkürliche Regel“

In der Zeitung kommen auch Kritiker zu Wort: Für den Studenten Zhen Xiaoyu ist etwa nicht nachvollziehbar, wieso zur Erlangung eines Abschlusses nun auch geschwommen werden muss. Der an der Pekinger Sportuniversität lehrende Wu Wenqiang sieht unterdessen weder eine ausreichende Qualität der anstehenden Schwimmpflichtkurse noch die Sicherheit in den universitären Schwimmanlagen gewährleistet.

Heftig debattiert wird das Thema indes auch in Sozialen Netzwerken. Neben Lob für die „gute Sache“ ist auch von einer „willkürlichen Regel“ die Rede, mit der nun „Talente ausgelöscht“ würden, berichtete die britische BBC in Bezug auf entsprechende Social-Media-Kommentare.

Bereits vor hundert Jahren Pflicht

Verpflichtende Schwimmkurse sind an der Tsinghua-Universität aber alles andere als neu. Eine Ähnliche Regelung gab es an der von der BBC als „Harvard des Ostens“ bezeichneten Uni bereits vor rund hundert Jahren. Später sei die Regelung - offenbar wegen Mangels an ausreichend Schwimmbädern - wieder außer Kraft gesetzt worden. Laut „China Daily“ steht obligatorisches Schwimmen bereits an anderen Vorzeige-Unis des Landes wie der Peking- und der Xiamen-Universität auf dem Programm.

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