Literaturnobelpreisträger Derek Walcott tot
Der Literaturnobelpreisträger Derek Walcott ist tot. Er starb gestern 87-jährig in seiner Heimat, auf der Karibik-Insel St. Lucia, wie lokale Medien berichten. Walcott wurde am 23. Jänner 1930 in St. Lucias Hauptstadt Castries geboren. Er hat afrikanische und europäische Vorfahren. Das „ist wahrscheinlich typisch für die Karibik: Jeder ist eine Mischung von irgendwas“, sagte der Lyriker 2005 in einem Interview.

APA/AFP/Pedro Rey
Mehr als 20 Gedichtbände und über 30 Theaterstücke sind von ihm erschienen. Als sein wichtigstes Werk gilt das 1990 publizierte Versepos „Omeros“, eine Adaptation des Trojanischen Kriegs als sozialer Konflikt zwischen Fischern in der Karibik.
Literaturnobelpreis 1992
Für sein bis dahin eher einem kleinen Leserkreis bekanntes Werk erhielt Walcott 1992 den Literaturnobelpreis. Er werde „für ein poetisches Werk großer Leuchtkraft“ ausgezeichnet, das von der historischen Vision eines multikulturellen Engagements getragen werde, begründete das Nobelkomitee seine Entscheidung. 2010 erhielt Walcott den britischen T.-S.-Eliot-Literaturpreis für seinen Gedichtband „White Egrets“.
1953 zog Walcott als 23-Jähriger auf die benachbarte Insel Trinidad, wo er jahrelang als Theater- und Literaturkritiker arbeitete. Seine erste Gedichtsammlung hatte er bereits fünf Jahre zuvor veröffentlicht. Später ließ er sich als Literaturdozent in den USA nieder. An der Boston University gründete er 1981 die Theatergruppe Boston Playright’s Theatre.