Früherer Mailänder-Scala-Leiter Alberto Zedda gestorben

Der italienische Dirigent und Rossini-Experte Alberto Zedda ist tot. Er starb gestern im Alter von 89 Jahren in Pesaro in den italienischen Marken, wie ein Sprecher des Rossini Opera Festivals der dpa sagte.

Der Musikwissenschaftler hatte sich vor allem als treibende Kraft der Gioachino-Rossini-Renaissance einen Namen gemacht: Er schaffte es, das Publikum wieder für die Werke des in Pesaro geborenen Opernkomponisten Rossini zu begeistern.

Karriere auch an Wiener Staatsoper

Zedda wurde am 2. Jänner 1928 in Mailand geboren, wo er später unter anderem Musikwissenschaft studierte. Nachdem er 1957 einen Wettbewerb für Orchesterdirigenten gewonnen hatte, ging seine Karriere steil bergauf: Er durchlief Stationen an der Deutschen Oper in Berlin, der New York City Opera und der Wiener Staatsoper, wurde unter anderem künstlerischer Leiter an der Mailänder Scala und dem Teatro Carlo Felice in Genua.

1981 kam er als künstlerischer Berater zum Rossini Opera Festival in Pesaro, dessen künstlerischer Direktor er von 2001 bis 2015 war. Er stand auch mehrmals beim deutschen Belcanto-Festival „Rossini in Wildbad“ auf der Bühne.

Fast genau eine Woche vor seinem Tod, am 28. Februar, sollte Zedda „La Cenerentola“ von Rossini in Pesaro dirigieren - doch die Folgen einer Operation hätten am Ende nicht erlaubt, auf das Podest zu steigen, berichteten italienische Medien. Dem Orchester hatte er aber eine Botschaft hinterlassen, seine letzten Worte: „Es wird ein unvergesslicher Abend, auch ohne mich.“