„Wie. Kann. Das. Passieren?“
Schluss mit Oscar für die beiden Verursacher der Panne bei der weltweit live ausgestrahlten Hollywood-Gala: Wie die Oscar-Akademie am Mittwoch bekanntgab, werden die beiden bisher für die Gewinnerumschläge verantwortlichen Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC), Brian Cullinan und Martha Ruiz, künftig nicht mehr zur Zeremonie eingeladen.
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Bei den Oscars war es in der Nacht auf Montag zu einer peinlichen Panne gekommen: Zunächst wurde fälschlicherweise der Musical-Film „La La Land“ als Sieger in der Kategorie „Bester Film“ ausgerufen, ehe der Irrtum hektisch korrigiert und das Drama „Moonlight“ zum Sieger gekürt wurde. Verantwortlich waren die beiden PwC-Mitarbeiter.
Die Wirtschaftsprüfer waren in den letzten Jahren für die Abwicklung der Siegerwahl durch die Akademie zuständig. Sie zählten mit einigen wenigen Helfern die Stimmen der mehr als 6.000 Mitglieder der Filmakademie aus. Anschließend bekamen sie jeweils einen kompletten Satz Karten, auf die sie die Namen der Sieger schrieben - es gibt jede Gewinnerkarte zweimal. Dann steckten sie die Karten in Umschläge und klebten diese zu. Die Moderatoren erfahren erst beim Öffnen der Umschläge, wem sie den Preis überreichen.
PwC-Chef entschuldigt sich
Cullinan gab jedoch versehentlich den Laudatoren Warren Beatty und Faye Dunaway das Duplikat der Gewinnerkarte von Schauspielerin Emma Stone, der Siegerin in der Kategorie „Beste Schauspielerin“, auf der auch der Film, in dem sie spielt, „La La Land“, stand.

Reuters/Lucy Nicholson
Ruiz, Cullinan und der peinliche Moment
PwC-Chef Tim Ryan sagte dem Magazin „Variety“, Cullinan sei „sehr erschüttert wegen des Fehlers“. „Und es ist auch mein Fehler, unser Fehler, und wir fühlen uns alle sehr schlecht.“ In einem Statement der Firma hieß es, die „Protokolle zur Behebung des Fehlers“ seien von Cullinan nicht schnell genug befolgt worden. Ihre Arbeitsplätze bei PwC werden die beiden Pannenverursacher aber nicht verlieren.
Akademiepräsidentin tobt
Akademiepräsidentin Cheryl Boone Isaacs konnte ihren Ärger indes auch Tage nach dem Missgeschick nicht verbergen. „Sie haben eine einzige Aufgabe zu erledigen. Eine einzige Aufgabe“, sagte Boone Isaacs am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Die letzten 90 Sekunden der Zeremonie hätten einen wunderschönen Abend überschattet.

APA/AP/Invision/Jordan Strauss
Ruiz (l.) und Cullinan: Ihre Jobs dürfen die PwC-Mitarbeiter behalten
Im Interview mit dem „New Yorker“ wurde sie noch deutlicher: „Ich dachte nur: Was? Was? Ich sah hin und sah einen Mitarbeiter von Pricewaterhouse auf die Bühne kommen, und es war mir wie: Oh nein, was - was passiert da gerade? Was, was, was? Was könnte möglicherweise ...?“, sagte sie. „Und dann dachte ich nur: O mein Gott, wie kann das passieren? Wie. Kann. Das. Passieren?“
Ihre Wut richtete sich vor allem gegen Cullinan. Dieser habe sich im Backstagebereich ablenken lassen. Wenige Minuten vor dem Missgeschick stellte Cullinan ein Foto auf Twitter, auf dem „La La Land“-Star Stone mit der goldenen Statuette in der Hand zu sehen ist. Später löschte er die Aufnahme.
Neue Richtlinien geplant
Die Protokolle, denen die Bekanntgabe der Oscar-Preisträger folgt, seien von PwC eingeführt worden, sagte Boone Isaacs der AP, „und sie haben 83 Jahre lang funktioniert“. Nun würden diese Protokolle einer Revision unterzogen. Damit so ein Fehler nie wieder passiere, „werden wir neue Richtlinien und neue Protokolle festlegen“, so Boone Isaacs.
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