„Mani pulite“: Vor 25 Jahren endete Italiens Erste Republik
Heute vor 25 Jahren hat mit der Verhaftung des Mailänder Stadtratsmitglieds Mario Chiesa die als „Mani pulite“ (Saubere Hände) bekannt gewordene Offensive gegen die landesweite Korruption in Italien ihren Anfang genommen. Chiesa wurde in seiner Funktion als Verwalter des städtischen Mailänder Altersheimes Pio Albergo Trivulzio von einem Unternehmer angezeigt, der ihm jahrelang Schmiergelder bezahlen musste, um sich Reinigungsaufträge in dem Heim zu sichern.
Die Geständnisse des ehemaligen Funktionärs der Sozialistischen Partei Italiens (Partito Socialista Italiano, PSI) führten unter Federführung des damaligen Staatsanwaltes Antonio Di Pietro zu einer Ausweitung der Untersuchungen auf bis dahin undenkbare Ausmaße.
#Tangentopoli, 25 anni fa il ciclone giudiziario che diede inizio a 'Mani Pulite' https://t.co/sANeL01N4A
— Agenzia ANSA (@Agenzia_Ansa) 16. Februar 2017
Abgeordnete, Minister und Parteifunktionäre wanderten damals reihenweise in Untersuchungshaft - 1.254 wurden verurteilt. Italiens bis dahin tonangebende Parteien wie die Christdemokraten (Democrazia Cristiana, DC) und die PSI brachen zusammen. Mit Tangentopoli, wie die Korruptionsaffäre bis heute genannt wird, endete auch Italiens Erste Republik.