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Britischer Popstar der Superlative

Der britische Popsänger George Michael ist tot. Der 53-Jährige sei zu Hause „friedlich entschlafen“, berichtete die Agentur PA in der Nacht zum Montag unter Berufung auf seinen Sprecher. Angaben zur Todesursache gab es keine.

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„Mit großer Trauer bestätigen wir, dass unser geliebter Sohn, Bruder und Freund George während der Weihnachtstage zu Hause friedlich entschlafen ist“, teilte der Sprecher mit. Der Sänger lebte zuletzt in Highgate bei London. Im Namen der Familie bat der Publizist, ihr Privatleben „in dieser schwierigen Zeit“ zu respektieren. „Gegenwärtig gibt es dazu keinen weiteren Kommentar.“

Die britische Polizei bestätigte, dass es keinerlei Anzeichen von Fremdeinwirkungen gegeben habe. Das Magazin „Billboard“ berichtete unter Berufung auf Michaels Manager Michael Lippman, dass der Sänger an Herzversagen gestorben sei. Zurzeit soll der 53-jährigen Sänger gerade mit dem Produzenten Naughty Boy an einem neuen Album gearbeitet haben. Außerdem arbeitete er laut britischen Medien an einer Filmdokumentation seines Lebens, die 2017 erscheinen soll.

Durchbruch mit Wham!

Seine Karriere begann Georgios Kyriakos Panagiotou, der Sohn einer Britin und eines griechisch-zypriotischen Vaters mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley. Sie gründeten das Duo Wham! 1981. Schon das erste - vergleichsweise funkige - Album „Fantastic“ erreichte in Großbritannien die Spitze der Charts.

Georg Michael und Andrew Ridgeley von Wham im Jahr 1985

AP

Michael mit seinem Duopartner Ridgeley

1984 sollte dann das Jahr des Duos werden. Die Single „Wake Me Up Before You Go-Go“ wurde ein weltweiter Nummer-eins-Hit. Wenige Monate darauf erschien „Careless Whisper“ – allerdings als Soloprojekt Michaels. Der Song war ebenso erfolgreich wie die Single „Freedom“, wieder ein Bandprojekt. Schließlich folgte das Album „Make It Big“ und der Song „Last Christmas“ - in Großbritannien als Doppel-A-Seite mit „Everything She Wants“.

Duo löste sich schon 1986 auf

Der ewige Weihnachtshit scheiterte 1984 in den Charts allerdings an übermächtiger weihnachtlicher Konkurrenz und kam über den zweiten Platz nicht hinaus. Zunächst besetzte „The Power of Love“ von Frankie Goes to Hollywood den Nummer-eins-Platz, dann setzte sich „Do They Know It’s Christmas Time“ von Band Aid an die Spitze.

Wham! veröffentlichten 1986 „Music from the Edge of Heaven“ und lösten sich noch im selben Jahr mit der Best-of-Platte „The Final“ auf. Ridgeleys Soloversuch floppte. Heute genießt er mit Bananarama-Sängerin Keren Woodward das britische Landleben.

Erfolgreiche Solokarriere mit Ablaufdatum

George Michael katapultierte sich hingegen mit „Faith“ 1987 in die erste Liga britischer Popstars. Schon 1990 rechnete er im Video des Songs „Freedom“ mit der Inszenierung aus „Faith“ ab. Mit Elton John veröffentlichte er 1991 das Duett „Don’t Let the Sun Go Down on Me“.

Es war der letzte Riesenhit: Bis 1996 landete er noch einige Erfolge - er galt weiter als Superstar, die großen Superhits gab es aber kaum mehr. Zudem verwickelte er sich in einen Rechtsstreit mit seiner Plattenfirma.

George Michael im Jahr 2007 auf der Bühne

APA/AFP/Evert Elzinga

George Michael bei einem Liveauftritt

Gleichzeitig erlebte Michael einige persönliche Schicksalsschläge - vor allem der Tod seiner Mutter und seines Lebensgefährten stürzten ihn in tiefe Krisen. Michael litt an Depressionen, Drogenprobleme folgten. 1998 wurde er in Los Angeles auf einer öffentlichen Toilette bei der Suche nach einem Sexpartner verhaftet. Als Homosexueller geoutet, versuchte Michael seine Karriere fortzusetzen – mit wechselndem Erfolg. Dennoch: Bis heute verkaufte er mehr als 100 Millionen Alben weltweit.

Behandlung im Wiener AKH

Vor fast genau fünf Jahren war Michael dem Tod gerade noch entronnen. Im November 2011 musste der Superstar ein Konzert in der Wiener Stadthalle aus Krankheitsgründen absagen. Eine Lungenentzündung brachte ihn dem Tode nahe.

Im Wiener AKH lag er damals nach eigenen Angaben drei Wochen lang im Koma, erst zu Weihnachten konnte er wieder nach Hause nach London zurückkehren. Im September 2012 kam er zurück nach Österreich zu einem triumphalen Konzert in der Wiener Stadthalle und bedankte sich bei den behandelnden Ärzten und den Pflegern des AKH.

Musikerkollegen trauern

Zahlreiche Prominente und Musikerkollegen zeigten sich von seinem Tod betroffen. Elton John zeigte sich zutiefst schockiert. Auch Duran Duran und Meat Loaf drückten sofort ihre Trauer aus.

Madonna wie auch der Schauspieler William Shatner fragten auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, wann dieses Jahr endlich vorbei sei. Sängerin Alison Moyet lobte seine Bescheidenheit, eine Seltenheit im Showbusiness. Und Ex-Wham!-Partner Ridgeley twitterte, er sei angesichts des Verlusts todunglücklich.

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