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Erdstoß vor der Küste

Die Nordostküste Japans ist Dienstagfrüh (Ortszeit) von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Beben hatte nach Angaben der japanischen Wetterbehörde und des US-Erdbebendiensts eine Stärke von 6,9. Zuvor hatten die Behörden die Stärke noch mit 7,3 angegeben.

Gebäude in der Hauptstadt Tokio und andernorts im Land gerieten ins Wanken, wie Augenzeugen berichten. Für weite Teile der Pazifikküste wurden Tsunami-Warnungen ausgegeben. Es wurden Wellen von bis zu drei Metern Höhe erwartet. In der Präfektur Fukushima befindet sich auch die Ruine des Unglücksreaktors, der durch ein Erdbeben im Jahr 2011 zerstört worden war. Berichte über Verletzte oder Tote lagen zunächst nicht vor.

Krisenstab eingerichtet

Die Menschen an der Pazifikküste wurden aufgefordert, sich sofort auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen und die Gebiete mit Tsunami-Warnungen zu verlassen, berichtete der TV-Sender NHK. Die Regierung in Tokio richtete einen Krisenstab ein. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von zehn Kilometern unter dem Meer vor der Küste Fukushimas.

Karte zeigt Zentrum des Erdbebens in Japan

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: USGS

Im Atomkraftwerk Fukushima II sei zwischenzeitlich die Kühlung eines Abklingbeckens ausgefallen, hieß es. Der Schaden wurde laut dem Betreiber TEPCO bereits behoben. Das AKW Fukushima II befindet sich etwa zwölf Kilometer von der Atomruine Fukushima I entfernt.

Schwacher Tsunami bei Fukushima I

Dort löste das Beben einen schwachen Tsunami aus. Die Flutwellen hätten an dem Küstenabschnitt im Bereich des Atomkraftwerks eine Höhe von rund einem Meter erreicht, teilte TEPCO mit. Es gebe keinen Hinweis auf Schäden. Das berichtete NHK Dienstagfrüh (Ortszeit). Auch sei keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden.

Feuerwehrmänner überprüfen den Wasserpegel

APA/AP/Kyodo News

Einsatzkräfte prüfen den Wasserstand bei einer Brücke in Iwaki

Auch in dem in der Nachbarprovinz Miyagi gelegenen Atomkraftwerk Onagawa seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, hieß es. Die Region im Nordosten des Landes war im März 2011 von einem schweren Erdbeben und einem Tsunami heimgesucht worden. Dabei starben mehr als 18.000 Menschen. Im Atomkraftwerk Fukushima I war es zu einem Super-GAU gekommen.

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