Flüchtlinge: Proteste auf griechischen Inseln
Auf den griechischen Inseln Chios und Lesbos ist es am Wochenende erneut zu Protesten und Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen gekommen. Im Flüchtlingslager Vial auf Chios gerieten gestern Abend Afghanen und Iraker aneinander, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA heute berichtete.
Drei Menschen seien mit Stichverletzungen ins Krankenhaus der Insel gebracht worden, die Bereitschaftspolizei habe eingreifen müssen. Auf Lesbos demonstrierten Flüchtlinge dagegen, dass sie auf den Inseln festgehalten werden und die Bearbeitung ihrer Asylanträge so lange dauert.
Kapazitäten der Inseln erschöpft
Seit dem Inkrafttreten des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei im April sitzen alle neu ankommenden Flüchtlinge auf den griechischen Inseln fest. Sie sollen im Rahmen des Abkommens zurück in die Türkei geschickt werden. Zuvor dürfen sie Asyl beantragen, doch die Verfahren ziehen sich mangels Personals in die Länge.
Die Aufnahmekapazitäten der Inseln sind längst erschöpft, zumal täglich weitere Dutzend Menschen ankommen. Die Zahl der Flüchtlinge dort liegt nach Angaben des griechischen Flüchtlingskrisenstabs bei knapp 16.000 Menschen und ist somit fast doppelt so hoch wie die Zahl der vorhandenen Plätze.